In die bereits vierte Saison ist das Oderbruch-Museum Altranft am Ostersonntag gestartet. "Im Jahr 2016 haben wir damit begonnen, ein Regionalmuseum aufzubauen", sagte Lars Fischer bei der Begrüßung im Foyer des Schlosses anlässlich der Eröffnung der neuen Saison. Die ist dem Thema Baukultur gewidmet.
Ein besonderes Thema im Oderbruch: "Die Hochwassergefahr, der schwankende Boden und die sich rasant ändernde Landschaft haben sich in den Siedlungsstrukturen und Bauweisen niedergeschlagen", finden die Ausstellungsmacher. Vom kleinen Rundlingsdorf bis zum Kolonistendorf, von den Loosegehöften bis zu den Vorwerken. "Wer sich auf ein Haus einlässt, lässt sich unweigerlich auch auf eine ganze Landschaft ein."
755338
Und wie viel die Dachziegel eines Hauses erzählen können, davon zeugt das Studiolo, das Studierzimmer im Schloss Altranft. Es ist Schausammlung und Arbeitsraum gleichermaßen, berichtete Michael Fehr am Sonntag den Besuchern. "Die Indexsammlung deutet Themen an wie Wasser, Erde, Feldfrüchte." Und nun eben Dachziegel. Sie stammen aus der Sammlung der Hofgesellschaft Neulewin. Versammelt liegen dort oderbruch-typische Ziegel, die von Dächern im Oderland stammen. "Die wenigsten von ihnen sind jedoch im Oderbruch direkt hergestellt worden", schränkt Peter Herbert ein. Er hat die Sammlung dereinst begonnen und nun für das Oderbruch-Museum wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ziegel sind aus Ton, Glas oder Beton gefertigt und stammen gleich aus mehreren Jahrhunderten. Vom 15. Jahrhundert bis in die DDR-Zeit. Darunter Feierabendziegel, Sonnensteine oder Zählsteine. Zu jedem weiß Peter Herbert viel zu erzählen. Und freute sich am Sonntag, mit Menschen über die Steine ins Gespräch zu kommen. Denn das ist der Ansatz des Museums: Die Geschichte der Region durch die Geschichten der Menschen, die darin leben, zu erzählen.
Deshalb gibt es in dieser Saison auch eine Neuerung. Es wird Salongespräche geben. Sie werden immer im Gelben Salon im oberen Stockwerk des Schlosses stattfinden. Das erste wird am 2. Juni stattfinden und ist mit "Als Nicht-Landwirt die Landwirtschaft verstehen. Ein Gespräch über den Energieverbrauch" überschrieben. Darin sollen die Besucher genauso wie die Landwirte das Wort erhalten. Weitere Themen sind "Weiterbauen. Orte neuer ländlicher Gemeinschaft" oder "Baukultur in Altranft. Ein Gespräch über das Märkische Mittelflurhaus und die Mission des Häuserrettens".
Café mit neuer Pächterin
In der zweiten Etage finden sich nun neben dem umgestalteten Salon auch eine neue Bildersammlung zum Thema Oderbruch. In moderner Hängung sieht der Besucher verschiedenste Werke unterschiedlicher Techniken: Acryl, Aquarell, Ölkreide, Öl aber auch Mono- oder Cyanotopie. Ebenfalls neu ist die historische Küche, die nun mit zum Mitmachen einlädt. Und apropos Essen: Auch das Café im Schloss hat mit Jana Dumke eine neue Pächterin.
Geöffnet ist das Oderbruch-Museum Altranft nun bis 1. Dezember von Donnerstag bis Sonntag beziehungsweise an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Einen Blick in die Sammlungen können Besucher am Internationalen Museumstag, 19. Mai, bekommen. Die Handwerksmesse "Ringmarkt" öffnet ihre Türen am Pfingstsonntag, 9. Juni, auf dem Berg-Schmidt-Hof. Und die neue Jahresausstellung unter dem Motto "Bauen ist Kultur!" wird am 23. Juni im Schloss Altranft eröffnet.