Der Betreiber der Dekoscheune hatte zuletzt die Flüchtlingshilfe mit großer Resonanz auf die Reise geschickt. Er ist noch gut vernetzt. Auch jetzt, berichtet Katja Göcke, würden sich viele Menschen melden, die in der Nachbarschaft aushelfen möchte, aber auch mit Rat zur Seite stehen könnten. "Wir verstehen uns vor allem als Informations-Plattform", berichtet die 42-Jährige. Sollten die Ausgangsmöglichkeiten der Brandenburger jedoch weiter beschnitten werden, wolle man auch vorbereitet sein.
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"Es gibt so viele Fragen, die die Menschen beschäftigen", erzählt Göcke. Von der Kita-Notbetreuung bis hin zu geöffneten Behörden, aber auch zu Angeboten touristischer Art. Da im Moment beinahe alles flach liegt, so die Stadtverordnete, komme der Vernetzung untereinander eine viel größere Bedeutung zu. "Wir kooperieren mit vielen Protagonisten, darunter Ilka Krüger von der Tourismus GmbH, aber auch Ferienwohnungsvermietern, wie Jeannette Butschke oder dem Studenten Ben Schubert, der uns unterstützt", erzählt die Freienwalderin weiter. "Wir alle wollen verschiedene Angebote auf den Weg bringen, um Risikogruppen noch besser zu schützen, aber dennoch Bedürftige nicht im Stich zu lassen", setzt die junge Frau nach. Die beschlossenen Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung würden den Rahmen bilden, im Kleinen aber seien Gespräche und Tipps, Hilfestellungen einfach nötig. Nicht jeder, der jetzt allein daheim sitzt, wisse über alles Bescheid.
Anrufe möglich
Im Hintergrund passiere so viel, berichtet Katja Göcke. Es sei eine Flut an Hilfsbereitschaft zu spüren, die mit der Plattform einzelne Initiativen koordinieren will.
Dazu ist nun täglich zwischen 10 und 11 Uhr bei Andreas Steinert unter Telefon 0173 7224478 zunächst für Anrufer besetzt. Die Vernetzung der Ortsteile sei über die Ortsvorsteher angelaufen. Flyer könnten auch im Netz heruntergeladen und verteilt werden. "Wer uns dabei unterstützt, über den freuen wir uns", stellt die Rechtsanwältin klar. Solidarisch zu sein und den Schwächsten zu helfen, sei das Gebot der Stunde. Sogenannte Schwarze Bretter bei Apotheken oder Kirchen werde man ebenso gern aufnehmen. Eine Hotline soll eingerichtet werden, ist aber noch im Werden.
"Wir brauchen einfach Informationen", fasst Katja Göcke zusammen und nennt so den Denkansatz der neuen Plattform. Jeder Tipp, jeder Hinweis sei willkommen. "Wir können zwar keine Rechtsberatung ersetzen, aber zu helfen, wenn jemand einen Antrag auf Hilfe nicht ausfüllen kann oder sprachlich nicht gewandt ist, kann kein Problem darstellen", sagt die parteilose Stadtverordnete. Sie hofft auf viele kleine Initiativen und Nachbarschaftshelfer, die gern weitere Ideen beitragen können: "Es geht um praktische Hilfestellung, wie den Einkauf oder Besorgungen aus der Apotheke."
Mehr Informationen:www.anpacken-bad-freienwalde.de, E-Mail info@anpacken-bad-freienwalde. oder auf Facebook unter der Gruppe anpackenbadfreienwalde.
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