Zwischen Tiefensee und Sternebeck ist sie aktuell nur mit Draisinen und zwischen Sternebeck und Wriezen/Umgehungsstraße mit Museumsbahnen befahrbar. Dazu Sahra Damus: "Wriezen muss unbedingt wieder besser angebunden werden, die gute Infrastruktur wie das Krankenhaus, Kitas, weiterführende Schulen und natürlich der touristische Ausgangspunkt ins Oderbruch sprechen dafür. Letztlich aber auch der Wohndruck in Berlin. Die Strecke würde außerdem die Ostbahn und die Bahnlinie nach Stettin entlasten und ergänzen. Wir haben gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Verein besprochen, wie wir die Unterstützung für die Bahnlinie im Land verbessern können."
Clemens Rostock ergänzt: "Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, ein Reaktivierungsprogramm durchzuführen und dafür Potenzialanalysen durchzuführen. Das wäre auch hier der nächste Schritt, um die vielfältigen Potenziale der Linie aufzuzeigen und abschätzen zu können, was an welcher Stelle konkret getan werden muss. Uns Bündnisgrünen ist dabei wichtig, dass die Analysen bereits im Vorfeld der Aufstellung des nächsten Nahverkehrsplans erfolgen. Damit könnten die Ergebnisse bereits in diesem und nicht erst im übernächsten Nahverkehrsplan verarbeitet werden."

Gerüchte über Machbarkeitsstudie dementiert

Steffen Blunk, Vorsitzender des Vereins "Initiative Wriezener Bahn", fügt hinzu: "Behauptungen wie sie in der letzten Woche kursierten, dass eine Machbarkeitsstudie schon längst vom Ministerium zugesichert sei, sind der Sache nicht dienlich. Ein Dementi aus dem Ministerium sorgt letztlich nur für Enttäuschungen bei den Bürgern. Wir wollen eine seriöse Machbarkeitsstudie anstoßen, dafür brauchen wir nicht nur den Streckeneigentümer, sondern auch die betroffenen Städte, die Ämter, den Kreis und das Land."
Während der letzte Teilabschnitt von Sternebeck bis Wriezen gut befahrbar ist, fehlt es jedoch an einer Brücke für die Umgehungsstraße kurz vor dem Ortseingang von Wriezen. "Das Landesstraßenbauamt hat unseres Wissens die Brücke bereits auf dem Schirm. Für den Fall, dass es zur Reaktivierung kommt." Blunk sieht – bei entsprechendem politischen Willen – auch keine größeren bautechnischen Schwierigkeiten bei der Wiederinbetriebnahme der in weiten Teilen gut erhaltenen Bahnstrecke. Im vergangenen Jahr hatte sich der Verein zur Reaktivierung in Wriezen gegründet. "Mit bürgerschaftlichem Engagement wollen wir die Landesregierung in ihrem Entscheidungsprozess begleiten und beraten, sowie aktiv Aufgaben rund um die Reaktivierung wahrnehmen."