Kurstadt in illustrer Gesellschaft
Bürgermeister Ralf Lehmann und Cornelis Hemmer unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung, mit der Bad Freienwalde nun ganz offiziell eine der Kommunen ist, die sich in der bundesweiten Initiative für Artenvielfalt engagieren. Damit gehört Bad Freienwalde zu einem illustren Kreis, dem unter anderem auch die Städte Berlin, München, Frankfurt (Main), Leipzig oder auch die Region Lüneburg und der Landkreis Dachau angehören. "36 Kommunen summen bereits mit", so Cornelis Hemmer, der die Stiftung vor zehn Jahren gemeinsam mit seiner Frau, Corinna Hölzer, gründete. Daniela Schadt, die Lebensgefährtin des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, hatte damals die Schirmherrschaft übernommen.
Ideengeberin dafür, dass die Stadt Bad Freienwalde der Initiative beitritt, war Evelyn Faust, die für die Grünen im Stadtparlament sitzt. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich für den Beitritt zu dem Projekt ausgesprochen, die Finanzierung von 5000 Euro wurde jedoch erst durch den Zuschuss von zwei privaten Spenden – von Olaf Wadewitz und Axel Anklamm – möglich. Damit konnten auch die Bedenken einiger Stadtverordneten ausgeräumt werden, die dem Projekt generell zwar positiv gegenüberstehen, dafür jedoch nicht unbedingt in den Stadtsäckel greifen wollten.
Das Treffen am Donnerstag galt aber nicht nur der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. Cornelius Hemmer wollte sich auch ein Bild machen, welche Initiativen es in und um Bad Freienwalde bereits gibt, um die Artenvielfalt zu fördern. Dass die Biene das Symboltier der Stiftung sei, liege daran, dass sie sich eben auch besonders gut darstellen lässt, als Insekt, das für die Bestäubung der meisten Pflanzen zuständig ist, so Hemmer. Allerdings gehe es der Stiftung nicht nur um Bienen, sondern generell um Artenvielfalt.
Und der Vorsitzende der Stiftung konnte feststellen, dass es bereits viele Initiativen gibt, die sich den Insektenschutz zur Aufgabe gemacht haben. So etwa Johannes Weber, der mit seiner Initiative "Stadtbienen" Bienenvölker auswildert, in Bäumen im Wald ansiedelt und ihnen so ihren ursprünglichen Lebensraum zurückgibt. Rund um die Malche werden Bienenvölker in Hohlräumen von Bäumen angesiedelt.
Zustimmung durch Information
Schon bei diesem ersten Treffen zeigte sich, dass die Schaffung von Netzwerken enorm wichtig ist, um den Austausch der Akteure und die Information der Bevölkerung zu fördern. Denn längst nicht jeder sei begeistert, über wuchernde Wildblumen, die nicht regelmäßig gemäht werden, weiß Evelyn Faust aus eigener Erfahrung. Daher müsse man die Bürger informieren, welche Bedeutung die Artenvielfalt auch für den Menschen hat. Wolfgang von Allmen, Sachgebietsleiter für Landschaftspflege wird nun prüfen, welche Flächen der Stadt sich für solche Pflanzungen eignen. Noch im März sollen die Wildblumenfelder angelegt werden, die Zeit drängt also etwas.

Nach der Vertragsunterzeichnung ist Handeln gefragt

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Bad Freienwalde und der Stiftung für Mensch und Umwelt ist der erste Schritt für den Schutz und die Förderung der Artenvielfalt getan. Nun gilt es, diesen Vertrag mit Leben zu füllen. Dafür sollen auch Flächen in der Stadt gefunden werden, auf denen dann Wildblumen gepflanzt werden, die Bienen, Käfern und anderen Insekten ein Zuhause bieten. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Vernetzung aller Akteure, so die Initiatorin der Initiative "Bad Freienwalde summt", Evelyn Faust. Dadurch können Wissen und Erfahrungen ausgetauscht, andere Bürger informiert und weitere Mitstreiter gefunden werden, ist Faust überzeugt. Noch im März, spätestens im April soll ein weiteres Treffen für alle Interessierten stattfinden, verspricht auch Cornelis Hemmer.