Die beiden Wissenschaftler waren in dieser Woche auf und an beiden Harnekoper Seen unterwegs, um den Besatz mit Glasaalen zu kontrollieren, zu erfassen und zu protokollieren. Ihr Projekt wird vom Land Brandenburg und der EU gefördert. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen Aale und die Strategie für einen optimalen Besatz. Bereits seit 2005 gibt es immer wieder Untersuchungen, wie sich die Raubfische entwickeln.
Seit der Wanderfisch durch die Industrialisierung die Binnengewässer nicht mehr selbst besiedeln kann, weil ihn Wehre und Schleusen hundertfach davon abhalten, muss er eingesetzt werden, um (als wichtiger Speisefisch) überhaupt zur Verfügung zu stehen. "Schon vor 1900 wurde damit begonnen", blickt Janek Simon in die Historie. Seit den 1980er Jahren war dann ein weiterer Rückgang bei den Glasaalen zu verzeichnen, sodass eine nachhaltige Bewirtschaftung nicht mehr möglich war.

Aale aus Frankreich

Wurden in Harnekop zunächst an den englischen Küsten gefangene Glasaale oder Tiere aus Aalfarmen ausgesetzt, sind es nun Tiere von der französischen Atlantikküste. Und die scheinen sich, Simons ersten Erkenntnissen nach, gut zu entwickeln. Allerdings sehr gemächlich: Die Tiere von 2017, die damals im Durchschnitt sieben Zentimeter maßen und ein viertel Gramm auf die Waage brachten, sind nun 16 bis 18 Zentimeter groß und wiegen sechs bis acht Gramm. Und sind damit noch weit entfernt, ein Mittagessen abzugeben.
Da das elektrische Fischen der Tiere – die schonendste Fangmethode, wie Janek Simon unterstreicht – nicht die schnellste ist, werden die beiden Wissenschaftler auch in der kommenden und der darauffolgenden Woche in Harnekop unterwegs sein.