Diese Hinterlassenschaften sind auch den beiden Wissenschaftlern vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam ins Netz gegangen. Bier- und Schnapsflaschen vor allem. Aber auch altes Angelzubehör. Und selbst ein frischer Kohlkopf.
Angetreten waren die beiden Fischwirte allerdings, um die Population der Glasaale zu dokumentieren. Im Jahr 2017 waren die Tiere von der französischen Atlantikküste nach Harnekop gebracht worden. Nun wurden sie mittels eines Elektrofanggerätes gefischt und untersucht. Erfasst wurden dabei Länge und Gewicht. Auch wurden Tiere zu Forschungszwecken markiert.

Seen besitzen Badewasserqualität

300 bis 500 Stück schätzt Janek Simon, der mit seinem Kollegen seit April regelmäßig auf dem Schlosssee und dem Großen See unterwegs war, haben sie gefangen und erfasst. Aber auch die Wasserparameter im Blick gehabt, Sichttiefen und Temperaturen gemessen. "Beide Seen besitzen Badewasserqualität", so seine Einschätzung. Da sie von den Bewohnern des Dorfes und der Umgegend hochfrequentiert werden, nutzten die beiden Potsdamer Wissenschaftler vor allem die frühen Morgenstunden für ihre Fahrten mit dem Boot. Immer am Ufer entlang fischten sie die Aale ab. Rund 100 Stück kamen in den jeweils fast fünfstündigen Touren zusammen. Zuletzt wurde es für die beiden Wissenschaftler ganz schön heiß auf dem Wasser, je höher die Sonne kam.

Großer See ist bis zu 8,5 Meter tief

"Je nach Wassertemperatur sitzen die Fische auch woanders", berichtet der promovierte Binnenfischer Simon. Zuletzt war der Große See mit seinen 19 Hektar Fläche deutlich trüber als der mit 13 Hektar Fläche etwas kleinere Schlosssee. Letzterer hat übrigens einen Umfang von 1,7 Kilometern und eine Maximaltiefe von 7,5 Metern, während der Große See rund 2,6 Kilometer Umfang misst und bis zu 8,5 Meter tief ist. Nach den umfangreichen Untersuchungen, die im Schatten der Bäume am Fahrzeug der beiden stattfanden, ließen sie die Fische zurück ins Wasser. "Dicht am Schilf, damit sie sich verstecken können", erklärt Janek Simon. Um sie markieren zu können, kamen die Aale in einen Behälter mit im Wasser gelösten Nelkenöl, das die Tiere sedierte. "Jetzt schlafen sie", so Simon lachend. Vom Aufwachbecken ging es dann hinaus in die Freiheit.