Nachfolger gesucht

Nach Ankündigung der Tour in der Mittwochausgabe dieser Zeitung habe er einen Hinweis zu einer gesperrten Straße bekommen und war die Strecke noch einmal abgefahren, erzählt er. Dabei habe er festgestellt, dass es an der Eugal-Trasse inzwischen eine weitere Einschränkung gibt. "Wir können aber auch diesen Bereich passieren, haben mir Verantwortliche der Baustelle zugesichert", sagt der 77-Jährige, der im nächsten Jahr die Tour nicht mehr leiten, sondern – wenn es die Gesundheit zulässt – nur noch mitfahren will.
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Die Enttäuschung darüber, dass der von ihm ausgeguckte Nachfolger nicht am Start erscheint, ist Ewald Grünemeyer deutlich anzumerken. "Es wäre wirklich schön, wenn sich jemand finden würde", wirbt er am Ende noch einmal und fügt hinzu: "Die Strecke ist doch schon fertig." Grünemeyer meint damit die Ersatzroute, die er sich schon ausgeguckt hatte, falls die Fähre pausiert hätte.
Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) lässt es sich nicht nehmen, die Teilnehmer der Tour de MOZ am Bahnhof zu verabschieden. Einige, die ihn kennen, fordern, dass er mitfährt. Das habe er versprochen, gibt Lehmann zu und hat sich eine neue Antwort zurechtgelegt: "Die erste Tour im Ruhestand." Bis dahin – "in vielleicht sechs Jahren" müsse Ewald Grünemeyer also weitermachen. Dessen klares "Nee" dürfte sich auf die Aufgabe als Tourführer bezogen haben, denn altersmäßig scheinen bei der Tour de MOZ keine Grenzen gesetzt.
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Neulinge staunen

So ist im bunten Pulk auch Charlotte Henze zu entdecken. "Bei der letzten Tour nach Bad Saarow habe ich mir ja schon ernsthaft überlegt, mir auch ein E-Bike zuzulegen", verrät die 91-Jährige. Aber diese Überlegung habe sie bereits auf der Rückfahrt verworfen.
Auf ihr Mini-Klapprad wird unterdessen Kerstin Zwippel aus Grünheide immer wieder angesprochen. Aber die leichten Anstiege zwischendurch und der Gegenwind auf dem Oder-Neiße-Radweg scheinen ihr nichts auszumachen. "Das Rad leistet mir gut Dienste, ich bin oft damit unterwegs." Allerdings zum ersten Mal bei der Tour de MOZ. Bei der nächsten durch das Oderbruch in zwei Wochen will sie wieder dabei sein. "Ich liebe diese Landschaft." Und vielleicht, so hofft sie, kann sie auch ihren Sohn überzeugen, mitzukommen.
Herbert Sauer aus Eberswalde ist morgens mit dem Zug gekommen und wünscht sich deshalb generell eine bessere Abstimmung mit Blick auf den Tourstart. "Ich dachte schon, ich fahre der Truppe hinterher, dabei wurde ich dann eingeholt." Für ihn bieten die Ausflüge immer wieder etwas Neues: "Die Tourführer kennen sich aus, da lernt man immer wieder andere Strecken kennen."
Gerhard Hübner staunt, woher die Teilnehmer kommen und wie gesprächsbereit sie sind. Er hält sich zurzeit in Angermünde auf, stammt aus der Region, lebt aber schon lange in Kiel.