Die Stadt- und Kreisbibliothek „Hans Keilson“ in Bad Freienwalde wirkt wie leer gefegt. „Wir haben aufgeräumt und alle Tische und Stühle entfernt.“ Dolores Swiderek und Karola Kollath, die die öffentliche Einrichtung gemeinsam leiten, haben erneut die gesamte Organisation im Sinne der Abstands- und Hygieneregeln überarbeitet.
„Wir orientieren uns an den Empfehlungen des Deutschen Bibliotheksverbands und den eigenen Richtlinien, die wir, ausgerichtet auf das Gebäude, selbst erarbeitet haben“, berichtet Dolores Swiderek. Derzeit dürfen die Besucher nur einzeln das Haus betreten. Um ihre Verweildauer zu verringern, haben die Mitarbeiter der Bibliothek, Stühle und Tische entfernt.
Das Haus dient hauptsächlich der Ausleihe. „Mehr ist in diesem Gebäude nicht möglich“, konstatiert Dolores Swiderek. Es sei eben nicht als Bibliothek gebaut und biete zu wenig Platz. Die Computer-Arbeitsplätze sind jedoch wieder nutzbar, jedoch nur zwei von drei, um den Abstand zu gewährleisten.

Nur noch ein Schließtag

Um sich den Bedürfnissen ihrer Kunden anzupassen, hat das Leitungsteam die Öffnungszeiten erweitert. „Wir haben festgestellt, dass in der Corona-Zeit viele Menschen am liebsten montags kommen“, sagt Karola Kollath. Deshalb haben die beiden Leiterinnnen die wöchentlichen Schließtage von zwei auf den Mittwoch beschränkt.
Geöffnet hat das Haus ab sofort montags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, dienstags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr, freitags von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr. Wie bisher hat das Haus jeden ersten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr die Türen geöffnet.
Geöffnet – ganz richtig ist das nicht, weil sich die Tür immer nur für jeweils einen Besucher öffnet. Falls zufällig mehrere Menschen gleichzeitig kommen, heißt es, wie an der Kasse im Supermarkt, mit Abstand vor der Tür zu stehen. Klebeband am Boden markiert die Distanz zum Vordermann. Gleich am Eingang und noch mal vor dem Schalter hängen Spender für die Händedesinfektion. Die Mitarbeiterinnen an der Ausleihe sind durch eine Plexiglasscheibe von den Besuchern getrennt.
Mit Desinfektionstüchern für Reinigung von Flächen werden alle zurück gebrachten Medien wie Bücher, DVDs, Hörbücher von möglichen Viren befreit. „Zuerst haben wird die Bücher in Quarantäne geschickt, also zwei Tage stehen lassen“, so Karola Kollath. In Absprache mit anderen Bibliotheken entschieden sie sich dann für Desinfektion. Es gebe jedoch unterschiedliche Handhabungen bei den Bibliotheken, fügt Karola Kollath hinzu.

5800 Euro vom Landkreis

„Die On-Leihe ist unser wichtigstes Angebot“, so die beiden Leiterinnen. Es ermöglicht die Ausleihe von Büchern in digitaler Form rund um die Uhr. Der Landkreis habe 5800 Euro zur Verfügung gestellt, um das Angebot zu verbessern, sagte Karola Kollath, die als Kreiskoordinatorin für die On-Leihe wirkt. Mit dem Extra-Geld des Landkreises konnte sie zusätzliche Lizenzen für den Bibliothek-Verbund erwerben. „Wir haben daher viele Neuerscheinungen im Angebot“, betonte sie.
Für die Leser ist die On-Leihe kostenlos, Voraussetzung ist ein gültiger Leseausweis einer Bibliothek. Zur Verfügung stehen 7368 elektronische Bücher (eBooks, 237 eVideos, 1333 eAudios sowie 18 eMagazine und ePapers (Zeitungen). Inhaltlich teilen sie sich folgendermaßen auf: 1078 Medien in der Kinderbibliothek, 905 in der Jugendbibliothek, 136 in Schule und Lernen, 2397 in Sachmedien und Ratgeber sowie 4741 in Belletristik und Unterhaltung. Der Kontakt funktioniert über www.onleihe.de/mol.
Weil das Altstadtfest und damit der Buchverkauf ausfällt, hat die Bibliothek ihren Buchbasar im Keller des Hauses neu sortiert. Die Einrichtung veräußert ausgemusterte Bücher und CDs oder geschenkte Medien. Mit den Erlös wird das Sortiment erneuert.