Insgesamt 27 Auszubildende lernen in der Sparkasse Märkisch-Oderland, erläutert Vorstandsmitglied Reinhard Kampmann. Bei Azubi-Projekten, wie diesem, sollen die künftigen Bankkaufleute unter realen Bedingungen Verantwortung übernehmen. Bei einem Projekt 2014 leiteten die damaligen Auszubildenden einen Tag lang eine Filiale in Bad Freienwalde.
Bankgeschäft am Computer
Jetzt sprechen sie Kunden an, ob sie am Online-Service der Sparkasse interessiert sind. "Es geht uns darum, dass wir den Service-Alltag digitaler gestalten", erläutert Tim Rabe. Wie bei anderen Geldinstituten auch, müsse der Kunde nicht in die Geschäftsstelle, um Geld zu überweisen oder Kontoauszüge zu ziehen. "Das geht problemlos daheim mit dem Computer. Kontoauszüge kann man speichern oder ausdrucken", führt er weiter aus. "Wir haben auch ältere Menschen angesprochen und sind auf viel Zustimmung gestoßen", sagt er. Es gehe nicht darum, Kunden zum Online-Banking zu zwingen, sondern sie umfassend zu informieren und ihnen zu zeigen, wie es funktioniert. Diese Gespräche führen sie alleine, ohne dass ihnen ein Mitarbeiter über Schulter schaut.
Von den mehr als 10 000 Inhabern eines Girokontos bei der Bank seien 40 Prozent Online-Kunden. Mit der Sparkassen-App auf dem Smartphone, die auch zunimmt, habe der Kunde die Filiale in seiner Hand. Dennoch, versicherte er, werde die Sparkasse in der Region präsent bleiben. Denn persönliche Beratung ersetzt das Internet nicht. Zudem gebe es im Landkreis noch nicht flächendeckend Internet, so dass Online-Banking nicht immer vom Willen der Kundschaft abhängt. "Der Online-Service ist für uns und den Kunden effizienter, er spart uns Geld und Zeit", ergänzt das Vorstandsmitglied.
Lea Regenberg aus Hohenwutzen, die nach ihrem Abitur am Brecht-Gymnasium 2018 eine Lehre bei der Sparkasse begann, ist zudem in Schulen unterwegs und berät Zehntklässler, wie sie ein Girokonto eröffnen und welche Versicherungen sie benötigen, wenn sie einen eigenen Hausstand gründen.
Altersvorsorge wichtig
Die Auszubildende im zweiten Lehrjahr war jetzt in der Kretschmann-Oberschule und wird bei der Jugendstunde der Jugendweihe-Teilnehmer in Letschin sprechen. "Viele wissen gar nicht, was auf sie zukommt", sagt Lea Regenberg. "Und junge Menschen denken wenig über Altersvorsorge nach. Ich versuche, ihnen klar zu machen, dass sie so früh wie möglich ein paar Euro beiseite legen", erläutert sie. Ihre Beratung ist offen, die jungen Leute können sich später entscheiden, bei welcher Bank sie ihr Konto eröffnen.
"Mir macht am meisten der Kontakt mit den Kunden Spaß", schildert Lea Regenberg das, was ihr am meisten am Beruf gefällt. Rabe stimmt ihr zu: "Zuerst dachte ich, der Alltag könnte eintönig werden, aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt." Jeder Kunde habe andere Fragen und andere Probleme.