Bad Freienwalder Gemeindearbeiter haben am Donnerstag  einen Wegweiser von 1903 auf dem Platz an der Friedenseiche in Hohenwutzen aufgestellt. Er war bei Straßenarbeiten 1994 gefunden und verwahrt worden. Die Stadt ließ ihn auf Antrag des Ortsbeirates neu beschriften.
Die Gemeindearbeiter Günter Büttner, Jens Baatz, Jürgen Knoll und Ronald Kuntze haben am Donnerstag Schwerstarbeit geleistet. Sie hievten den mehr als eine Tonne schweren Granitstein inklusive Sockel mithilfe eines Radladers in die eigens für ihn ausgehobene Grube auf dem Platz an der Königseiche und richteten ihn auf. „Königsberg/Neumark 27 Kilometer, Zehden 7 Kilometer, Berlin 66 Kilometer“, steht auf in frischer, dunkelroter Farbe auf dem Stein. Steinmetzmeister Udo Jagdmann erneuerte die Aufschrift im Auftrag der Stadt. Der Stein erinnert an den Bau der Hohenwutzener Oderbrücke von 1901 bis 1903.
Der Ort war damals noch kein Grenzort, er gehörte dem Kreis Königsberg/Neumark an. Dessen damalige Kreisstadt ist der heute in Polen liegende Ort Chojna.
Höchst zufrieden mit den Arbeiten waren Hohenwutzens Ortsvorsteherin Petra Lunow sowie Hans Cender und Bodo Schulz. Dessen inzwischen verstorbener Vater Ernst Schulz, damals Ortschronist, hatte den Stein 1994 sicher gestellt. „Meilenstein nach zwei Jahrzehnten wieder da“ titelte die Märkische Oderzeitung am 21. Juli 1994. Er war beim Verlegen einer Erdgasleitung an der Einmündung der Chausseestraße in die B 158 entdeckt worden. Ein Baggerfahrer ärgerte sich, als er beim Aushub auf einen großen flachen Steinquader stieß, der den Bauablauf behinderte, berichtete die MOZ damals. Ernst Schulz bat die Mitarbeiter des Energieversorgers, den Stein zu bergen und lief bei ihnen damit  offene Türen ein. Sie brachten ihn in seinen Garten, wo er ihn säubern wollte.
Von einem anderen Hohenwutzener erfuhr die MOZ, dass der Stein in den siebziger Jahren, als Wasserleitung und Kabel für die Straßenbeleuchtung verlegt wurde, ihm Weg stand. Der damalige Bürgermeister soll angeordnet haben, ihn einzubuddeln. Vermutlich sei er in einem Loch entsorgt worden, den eine große Rüster hinterlassen habe, hieß es.
Als vergangenes Jahr Grundstück und Haus des verstorbenen Ortschronisten verkauft werden sollten, setzten sich sein Sohn Bodo Schulz und Hans Cender dafür ein, dass der Stein dem Ort Hohenwutzen erhalten bleibt. „Ich wandte mich vor anderthalb Jahren an den Ortsbeirat“, berichtete Hans Cender.
Der Hohenwutzener Ortsbeirat wandte sich an die Stadtverwaltung und suchte nach einem neuen Standort, der von der Stadt bestätigt wurde. Die Hohenwutzener entschieden sich für den neuen Standort am Weg in Richtung Polen. Der Platz habe keinen Namen und sei durch den Straßenbau entstanden, sagte Ortsvorsteherin Petra Lunow, die in der Bad Freienwalder Stadtverordnetenversammlung Vorsitzende der Fraktion „Wählergemeinschaft Insel“ ist.
Hans Cender blätterte mit Bodo Schulz in alten Unterlagen. Sie ermittelten die originale Inschrift aus dem Jahr 1903. „Fotos und Unterlagen haben wir dem Heimatverein Hohenwutzen übergeben“, berichtete Hans Cender und schlussfolgerte: „Somit hat sich der Kreis geschlossen. Ein Denkmal bleibt dem Ort erhalten und dem Bemühen von Ernst Schulz sei gedankt.“ Dieser war 1994 überglücklich, weil einer von zwei Steinen wieder auftauchte. Der zweite Stein ist wohl unwiederbringlich verschwunden. Er stand an der ehemaligen Gemeindeschwesternstation.