Die Gemeindevertreter von Beiersdorf-Freudenberg haben sich bei ihrer Sitzung am Mittwochabend einstimmig für einen Baustopp an der DRK-Kita "Rappelkiste" in Freudenberg entschieden. Grund sind aber keine Unregelmäßigkeiten, sondern steigende Kinderzahlen. Knapp zwei Jahre nach dem Umbau und der Erweiterung erweist sich die Kita erneut als zu klein. Für die steigende Zahl an Hortkindern verfügt die Kindertagesstätte über zu wenig Platz.
"In der Gemeinde Beiersdorf-Freudenberg ist schon länger bekannt, dass die Hortplätze knapp werden", sagte Ronald Buchholz, stellvertretender Bürgermeister in der Gemeindevertretersitzung im Sport- und Gemeindezentrum in Beiersdorf. Deshalb habe er einen Antrag im Amtsausschuss gestellt, einen zentralen Hort an der Grundschule in Heckelberg zu bauen und von einem Träger bewirtschaften zu lassen.
Der Kita-Verbund aus Beiersdorf-Freudenberg, Heckelberg-Brunow und Höhenland müsse zusammenkommen, um sich eine strategische Meinung zu bilden, forderte Buchholz. Zu seiner Verwunderung zeigten die anderen zwei Gemeinden keine Reaktionen. "Es gibt bei uns Anträge auf Hortplätze, doch wir haben weder Räume noch Erzieher", betonte er. Derzeit habe die Kita 45 Plätze. "Unsere Kapazität reicht nicht mehr aus", sagte Buchholz. Die Baracke vor der Kita sei abgerissen. Sie solle eigentlich durch einen Anbau ersetzt werden, die dem Hausmeister einen Aufenthaltsort bietet und Unterstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Geräte. "Wenn wir den Bau jetzt vollenden, müssen wir wieder viel Geld in die Hand nehmen, um die Kita zu erweitern. Deshalb sei im Bauausschuss vorgeschlagen worden, den Bau zu stoppen, den Anbau als Hort zu nutzen und einen weiteren Anbau für den Hausmeister zu realisieren.
"Wir sind mit allen Kitas an den Kapazitätsgrenzen", bestätigte Amtsdirektor Holger Horneffer. "Wir müssen mit allen Gemeinden außer Falkenberg diskutieren", fügte er hinzu und betonte. "Wir müssen uns entscheiden, ob wir eine zentrale Lösung in Heckelberg oder eine dezentrale Lösung haben wollen. "Wir sollten kein Geld ausgeben, ohne miteinander gesprochen zu haben, so Horneffer.
"Wir brauchen eine zentrale Lösung", konstatierte Bürgermeister Willi Huwe. "Heckelberg hat nicht reagiert und es kommt auch kein Signal aus Höhenland", sagte Huwe. "Ich finde es nicht gut, wenn jeder seine eigene Schachtel baut", sagte Wilfried Böttcher.
Platz für zehn Hortkinder
Das geplante Nebengelass wird sechs mal acht Meter groß sein und bietet Platz für zehn Hortkinder, sagte Heidrun Berger. Abriss und Planungen seien beendet, der Bauantrag liege vor. Die Planerin wird nun ein Konzept erarbeiten, wie verfahren werden könnte. Ein totaler Baustopp könnte Schadenersatzforderungen bedeuten, denn Verträge mit Firmen sind bereits abgeschlossen.