Das Amt Barnim-Oderbruch bietet diesen Service seinen Bürgern an, auch die Stadt Eberswalde und mit ihnen viele andere im Land Brandenburg. Warum also Bad Freienwalde nicht? Damit könnten Bürgerinnen und Bürger den beteiligten Städten und Gemeinden Infrastrukturhinweise und sonstige Probleme melden, sagte Elke Stahl, frühere Stadtverordnete, in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Das gehöre ihrer Meinung nach zu einem bürgernahen Service im digitalen Zeitalter. Mitgestalten könne einfach sein für Bürger. Fast alle Kommunen aus Märkisch-Oderland seien bereits freiwillig dem Online-Portal beigetreten. "Wenn das Online-Portal auch für Bad Freienwalde installiert wird, dann hat der Bürgermeister zukünftig sicher mehr Zeit, braucht sich nicht den Fragen hier zu stellen und muss sie nicht schriftlich beantworten, weil Fragen im Vorfeld schon geklärt werden können", so Elke Stahl.
Den Vorschlag, dem Online-Portal "Maerker" beizutreten, fand Stadtverordnetenvorsteher Jörg Grundmann (Linke) sehr sinnvoll. "Wir sollten dazu eine Entscheidung herbeiführen", sagte der Altranfter. Seiner Meinung nach sollte die Einwohnerfragestunde aber weiterhin erhalten bleiben. Auch Dennis Ferch vom Bürgerforum "Kurstadt-Dialog" plädierte für das Online-Portal "Maerker". Er merkte an, dass der digitale Bürgerservice mittlerweile zum dritten Mal Thema in der Stadtverordnetenversammlung sei. Ihn würde es freuen, wenn sich Bad Freienwalde dazu entscheiden könnte.
Die Nachbarstadt Wriezen ist da der Kurstadt einen Schritt voraus. Schon in wenigen Wochen können die Oderbruchstädter den digitalen Bürgerservice nutzen und ihre Anfrage stellen, Anregungen geben sowie auf Missstände aufmerksam machen. Die Anregung zum Beitritt des Portals sei aus der Stadtverordnetenversammlung gekommen, sagt Angelika Kerstenski, Kämmerin im Wriezener Rathaus, auf Nachfrage dieser Zeitung. Sie erhofft sich mit dem Service eine kürzere Reaktionszeit seitens der Verwaltung auf angesprochene Sorgen und Probleme. Die Nutzung der Software für das Online-Portal sei kostenfrei. Allerdings könne sie noch nichts zu den tatsächlichen Kosten für den Personalaufwand sagen. Der sei sicher in größeren Städten wie in Eberswalde höher als in Wriezen. Aber mit den Anfragen der Bürger, die sich über das Online-Portal an die Verwaltung wenden, müsse sich ja ein Mitarbeiter befassen. Wie hoch die dafür verwendete Arbeitszeit sein wird, diese Erfahrung hat die Stadt Wriezen noch nicht.
Auch Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) gibt dem Erfolg recht: "Das Projekt wurde 2009 vom Innenministerium gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund sowie den Kommunen entwickelt und ausgebaut. Seit dem konnten über 70 000 Bürgerhinweise bearbeitet werden. Heute können etwa 1,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg das Online-Portal nutzen", sagte sie bei einer "Maerker"-Unterstützer-Veranstaltung im Potsdamer Kaiserbahnhof.
Und nicht nur die mehr als 100 Kommunen im Land Brandenburg beteiligen sich an dem digitalen Bürger-Service, sondern auch viele "Maerker"-Unterstützer. Auf der Liste stehen mittlerweile mehr als 30 Institutionen, darunter fünf Landesbehörden und sechs Landkreise - angefangen von der Deutschen Bahn bis zum Landesbetrieb Straßenwesen.