Elke Wichmann, Ulrich Deinhardt, der Stadtverordnete Joachim Rau (Linke), Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) und Ehefrau Doris bringen die Wiese zwischen dem Bahnhof und dem ehemaligen Schrankenwärterhaus auf Vordermann. Während der Bürgermeister mit der Motorsense hohem Gras und Unkraut zu Leibe rückt, harken die anderen Laub und Müll von der Wiese. „Ich finde, dass man es einfach machen muss, denn es sieht so dreckig aus“, begründet Elke Wichmann ihren Eifer. „Früher hat man doch auch Subbotnik gemacht.“ Zupacken kann Elke Wichmann, die seit 28 Jahren im Pflegedienst arbeitet. Ulrich Deinhardt befreit das Mauerwerk des Schrankenwärterhauses von Schling- und Rankgewächsen.  „Ich mache immer mit, wenn es darum geht, Bad Freienwalde zu verschöner“, sagt UIlrich Deinhardt, der an allen sieben Freiwilligen-Tagen mit angepackt hat. Reiner Philipp und Manfred Böke setzen neben den zwei alten Kastanien am Bahnhofsvorplatz eine Rotkastanie, die Jörg Forhoffgespendet hat.
Erstmals schwingt Stefan Noack den Besen bei einem Freiwilligen- Tag. „Man kann nicht immer nur meckern, man muss auch etwas tun“, sagt er. „Wenn jeder seinen Beitrag leistet, wird Bad Freienwalder schöner“, ist er überzeugt. Schließlich sei es wichtig, dass sich die Stadt zum Bahnhofsfest am 1. Mai von ihrer sauberen Seite zeigt. „Dann muss alles schick sein“, fügt Noack hinzu, der sich auf die Dampflokfahrt nach Eberswalde und zurück freut und sich schon ein Ticket gekauft hat.
Bernd Müller kratzt. obwohl er gehbehindert ist, mit einem Messer Dreck aus den Fugen der Pflastersteine am Haupteingang des Bahnhofs. „Ich möchte ein Vorbild für meine Kinder sein, dass sie etwas für die Allgemeinheit tun“, so der Bad Freienwalder. Lena-Marie (9) und Timo Yannick (10) sammeln Müll auf dem Bahnhofsvorplatz. Vor allem Zigarettenkippen befördern sie per Greifarm in blaue Müllsäcke.
Schon am Morgen haben die Freiwilligen auf dem Bahnhofsvorplatz Kronenkorken und Kippen aufgelesen. „Wenn ich zu den Korken noch die Flaschen gesammelt hatte, könnte ich mit dem Pfand jedem der Leute hier ein großes Eis spendieren“, sagt Joachim Rau sarkastisch. Qartiersmanagerin Irmgrad Roth hofft, dass der Sauberkeit bis Dienstag anhält. Der Bahnhofsvorplatz sei zum Treffpunkt für verschiedene Gruppen geworden.
Im Schlosspark ist der Kurstadt-Dialog am Werk. Dennis Ferch sowie unter anderem Daniel Werner, der Stadtverordnete Martin Podoll und seine drei Söhne sowie Simone Walter und Christine Fischer haben schnurgerade Beete auf beiden Seiten des Wegs von der Schlossterrasse zum Brunnen gezogen. „Wir setzen hier das Bürgerbudget um“, sagt Ferch. Für 856 Euro pflanzen sie Blumen wie Fuchsien, Geranien,. Eisblumen und Begonien. „Die anderen Projekte waren nicht so teuer, so dass das Bepflanzen des Schlossparks nachgerückt ist“, erläutert Dennis Ferch. „Ich mache hier mit, weil ich mich bereits über den verlotterten Zustand des Schlossparks beschwert habe“, sagt Christine Fischer. Die Bad Freienwalderin, die beim Jobcenter in Strausberg arbeitet, regt an, dass sich die Schulen mehr im Schlosspark engagieren. Ihr Motto: „Was ich selber aufbaue, mache ich nicht kaputt“.