Bereits zum dritten Mal ist in der Nacht zum Sonnabend ein Blitz auf dem Beachvolleyballplatz des Bad Freienwalder Freibads eingeschlagen. Schon bei Sommergewittern 2010 und 2011 hinterließen Blitze auffällige Krater. Kurios: Die Blitze treffen immer die gleiche Stelle.
Detlef Ruchotzke, Schwimmmeister im Bad Freienwalder Freibad, kann es kaum fassen. "Langsam wird es unheimlich", sagt er. Sonnabendnacht war es wieder soweit, ein Blitz hat auf dem Vorderfeld des Beachvolleyballfeldes einen Krater hinterlassen, der aussieht, als hätte sich im Sand über Nacht eine Jahrhunderte alte Gesteinsformation gebildet. Eben an jener Stelle hatte es auch schon in den beiden Jahren zuvor gekracht. "Gott sei Dank ist noch nichts passiert", meint Ruchotzke. Die Einschläge passierten stets nachts.
Allgemein gibt es für Blitzeinschläge eine klare Erklärung, sagt Hans-Joachim Knußmann, Wetterexperte aus Frankfurt (Oder): "Blitze schlagen dort ein, wo sie am leichtesten in die Erde kommen." Das sei für gewöhnlich dort, wo viel Wasser oder Metall als Leiter vorhanden ist. "Wenn rund um den Platz kein Leiter ist, ist es möglich, dass der feuchte Sand ausreicht." In diesem Fall könnte sich das Feld bei einem starken Gewitter mit viel Regen vollsaugen. Da sich unter dem Sand eine Plane aus Fliesstoff befindet, kann das Wasser nicht schnell von der Erde aufgenommen werden und abfließen. Allerdings erklärt dies noch nicht, warum der Blitz an der gleichen Stelle einschlägt, schließlich sind die Voraussetzungen auf beiden Beachvolleyballplätzen sowie auf dem angrenzenden Fußballfeld die gleichen: Sand, wohin das Auge blickt. Die Plätze wurden 2009 gebaut. Zuvor war dort lediglich eine Wiese.
Ruchotzke hat seine Theorien. Er hält es für möglich, dass in der Erde noch alte Leitungen liegen aus der Zeit vor dem Bau des Beachvolleyballfeldes, die die Blitze magisch anziehen. Eine Möglichkeit, die auch Wetterexperte Knußmann in Betracht zieht. "Wenn dort alte Metallleitungen liegen, könnten diese als Leiter infrage kommen." Ebenfalls möglich sei eine Wasserader direkt unter dem Platz.
Eine Statistik, wie häufig sich Blitze den gleichen Ort zum Einschlag suchen, liege Knußmann nicht vor. Die Wahrscheinlichkeit sei aber natürlich höher bei starken Gewittern, wie sie am Wochenende über das Land gezogen sind. "Da kamen die Blitze Schlag auf Schlag. Es hat alle zwei bis drei Sekunden geblitzt", sagt Knußmann. Solche Gewitter gebe es nur bis zu zweimal im Jahr. Laut dem Blitzbewertungs- und Informationssystems (BLIBIS) gab es im Raum Bad Freienwalde in einem Umkreis von fünf Kilometern von Freitag bis Sonntag 57 Blitzeinschläge. Alleine am späten Freitagabend und in der Nacht zum Sonnabend hat es demnach 34 Mal gekracht.
"Natürlich bleiben die Erklärungsversuche reine Spekulation", sagt Knußmann, ebenso wie Ruchotzke. Um die tatsächliche Ursache zu finden, wird man ihr vermutlich wortwörtlich auf den Grund gehen und den Boden überprüfen müssen. Der Schwimmmeister möchte sich an die Stadt Bad Freienwalde, die das Freibad betreibt, wenden, um mit ihr das weitere Vorgehen zu besprechen. Noch genügt es, dass Ruchotzke den Krater einfach umgräbt. Er möchte aber nicht warten, dass beim nächsten Unwetter doch mehr passiert.