Ja, die beiden Musiker, Petitjean der Bassist und Fries am Klavier, spielten schon auch mit Klischees. Etwa, wenn sie über Tenöre als Diven unkten, die selbst im Hochsommer ihr Stimmchen mit Schal schützen müssten und Bassisten stets die Schurken-, Bösewicht-, Idioten- und Altenrollen abbekämen. Fries schlug geschickt den Bogen zu den großen Komponisten, deren Bassarien sie am Abend spielten und sangen: Mozarts "Die Vertreibung aus dem Serail" war zu hören oder Puccinis "La Bohème". Ähnlichkeiten gebe es zwischen ihnen und Vivaldi: Auch sie seien mittellose Künstler. Aber inzwischen auf dem Erfolgsweg auf den großen Bühnen zwischen Berlin-Karlshorst und Polen. Immerhin. Das war schon schön anzusehen, wie Petitjean minutenlang wehmütig seinen Frack besingt, bevor er das geliebte Kleidungsstück wie in der Puccini-Oper für Mimi verpfändet, um Medikament, Arzt und Muff bezahlen zu können. Das Publikum reagierte amüsiert und mit viel Applaus. Ein guter Saisonstart sei die Comedy-Veranstaltung gewesen, resümierte Vereinsvorsitzende Gertrud Raupach.