Die Wanderausstellung "Für Freiheit und Demokratie! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924–1933" ist bis Ende April im Schloss Freienwalde zu sehen. Das Haus sei als Schloss von Walther Rathenau einzigartig, machte Marie-Theres Suermann vom Freundeskreis bei der Eröffnung deutlich. "Er war maßgeblich an der Entwicklung der Weimarer Republik beteiligt und hat sich große Verdienste um die Demokratie erworben", sagte sie und verwies darauf, dass dies 2017 auch der Grund dafür gewesen sei, dass das Schloss Freienwalde auf Antrag des Förderkreises als "Demokratischer Erinnerungsort" in die bundesweite Organisation der "Orte der Demokratiegeschichte" aufgenommen worden ist.
"Seither sehen wir es verstärkt als unsere Aufgabe an, mit Veranstaltungen nicht nur die Kenntnis über Demokratie, sondern auch von demokratischem Handeln zu stärken und zu vertiefen", erklärte Marie-Theres Suermann. Sie verwies in dem Zusammenhang sowohl auf den Begleitband zur Ausstellung als auch auf den Vortrag von Sebastian Elsbach am 23. März, um 16 Uhr, über Walther Rathenau und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Elsbach hat es in seiner von der Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreuten Dissertation in seiner Gesamtheit als Träger der Weimarer Demokratie untersucht.
Bernhard Schulz vom Tagesspiegel, der es zu seinem eigenen Bedauern bisher nicht nach Bad Freienwalde geschafft hatte, ging zur Eröffnung auf die Frage ein, wie wir Weimar und die Weimarer Republik heute sehen. "Meist von ihrem Ende her", erklärte Schulz, aber damit werde man ihr nicht gerecht. Nach dem filmreifen Mord an dem damaligen Außenminister Walther Rathenau am 24. Juni 1922 habe es zum Beispiel zahlreiche Demonstrationen gegeben. Und vor dem Reichstag habe der erst 42-jährige Kanzler Josef Wirth erklärt, dass der Feind der Republik rechts steht. Sie sei erschüttert gewesen, zugleich habe der Tod Rathenaus aber zur Festigung des demokratischen Gemeinsinns geführt, erläuterte Schulz und erinnerte daran, dass Rathenaus Todestag bis 1932 Gedenktag war. Dennoch sei die Republik gefährdet geblieben, so der Referent und verwies auf die Hyperinflation 1923, die die Verarmung weiter Teile der Mittelschicht zur Folge hatte. "Als Nachkriegskind und in Zeiten des Wirtschaftswunders hatte ich im Gespräch mit meinen Großeltern Schwierigkeiten, die ganze Dramatik zu begreifen", gestand Schulz ein. Wie Marie-Theres Suermann warb er für die Ausstellung. "Schulklassen sollten sie sehen."
Das Schloss hat zurzeit Freitag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr geöffnet.