Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Dienerin der Frau. Denn genau darum geht es den selbst geburtserfahrenen Frauen: Andere zu begleiten. Dabei stehen sie nicht in Konkurrenz zur Hebamme, betont Lisa Wiese, die mit ihrer Familie in einem Bad Freienwalder Ortsteil zu Hause ist. Mitten in der Natur lebt die passionierte Gärtnerin.

Schwangerenkreis in Eberswalde

In Eberswalde bietet sie einen Schwangerenkreis an. Dort soll es in der (kleinen) Gruppe um Austausch gehen, den Abbau von möglichen Ängsten. Denn mitunter seien die ein großes Thema für werdende Mütter: Es gibt zu wenig Hebammen für zu viele Frauen, manche haben bereits ungute Erfahrungen gemacht. "Die Aufgabe der Doula sehe ich darin, die Frauen zu begleiten, sie nicht allein zu lassen", sagt die zweifache Mutter. 2011 und 2013 kamen ihre Söhne zur Welt.
In selbstbestimmten Geburten, wie Lisa Wiese berichtet. "Ich möchte, dass die Frauen erfahren, wie viel Kraft in ihnen steckt und das es eben nicht egal ist, wie ihre Kinder auf die Welt kommen." Sie ist überzeugt, das auch die Säuglinge anders in die Welt gehen, und das eine positiv erlebte Geburt etwas in der Beziehung zum Kind ändert. Die Arbeit einer Doula beginnt jedoch schon weit vor dem großen Ereignis: In der Regel werden nach dem ersten Kennenlernen drei Termine vereinbart. "Je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche sich die Frau befindet." Dabei geht es um die Vorbereitung auf die Geburt; herauszufinden, welche Vorstellungen und Wünsche die werdende Mutter hat. "Gemeinsam überlegen, was tut ihr gut."
Zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin steht die Doula dann in 24-stündiger Rufbereitschaft zur Verfügung. Und begleitet die Schwangere dann auch ins Krankenhaus. Oder ins Geburtshaus. Oder bleibt an der Seite von Mutter und Hebamme bei einer Hausgeburt. "Dabei kann es auch sein, dass ich gar nicht mal etwas machen muss. Oft reicht es, einfach da zu sein." Denn nicht jedem werdenden Vater ist es gegeben, seiner Frau in dieser besonderen Situation eine Stütze sein zu können. 

Wochenbett

Auch während der Zeit des Wochenbetts bleibt sie an der Seite der kleinen Familie. So gibt es Raum, die Geburt zu verarbeiten und zu besprechen. Denn so ein tiefgreifendes Erlebnis will verarbeitet werden. Gibt es doch wenig, was eine Frau so sehr verändert und prägt wie die Geburt ihres Kindes. Lisa Wiese freut sich, dass es heutzutage inzwischen möglich ist, über solche Themen zu informieren und in den Familien sprechen zu können. Das wäre in der Generation der Großmütter nicht der Fall gewesen, sagt sie bestimmt. Auch wenn die Flut an Informationen rund um das Thema Geburt manche Frauen auch überfordert.

Massagen und Rituale

Den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin hat Lisa Wiese auf Massagen gelegt. Diese bietet sie auch für werdende Mütter und Frauen im Wochenbett an. Darüber hinaus aber auch für Menschen mit Verspannungen. Ein besonderes Angebot, dass ihr sehr am Herzen liegt und das sie selbst als Schwangere gerne erfahren hätte, ist das "Blessing Way". Ein Segensritual der Navajo-Indianer, dass Lisa Wiese bereits mit sehr viel Aufwand und Liebe zum Detail ausgerichtet hat, um eine junge Frau im Kreise ihrer Freundinnen positiv auf die Geburt einzustimmen – fernab von "Babyshower" mit Geschenken fürs Kind. Ein paar Stunden, in denen es nur um die werdende Mutter geht, in denen gelacht, gegessen, gesprochen, vielleicht gesungen wird. Um die Schwangere einzustimmen und ihr Kraft und gute Wünsche mit auf den Weg zu geben.
Schwangerenkreis wieder am 20. August, 17 Uhr in Eberswalde, Karl-Marx-Platz 1. Weitere Infos im Internet unter www.sonnengeburt.de