Den ersten Aufruf startete er in den sozialen Medien im Internet, den zweiten in der Märkischen Oderzeitung, der in Bad Freienwalde und Umgebung einschlug. So wurden besonders ältere Menschen auf die Aktion aufmerksam, die nicht im Internet unterwegs sind, aber als Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren haben, was Flucht bedeutet oder sie aus Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern kennen.
300 freiwillige Helfer
Die Bilanz kann sich sehen lassen: 300 Helfer aus Brandenburg und Berlin sortierten die Hilfsgüter und packten sie für den Transport um. 14 bis 15  Sattelschlepper mit Trailern zu je 90 Kubikmeter verließen Bad Freienwalde in Richtung Griechenland. Am vergangenen Freitag startete der vorerst letzte Sattelzug nach Griechenland. Denn Andreas Steinert macht jetzt erst einmal Urlaub. Darüber hinaus dient die Lagerhalle für sein Geschäft, um das er sich jetzt wieder kümmern muss. "Wir hätten das Sortieren so nicht aufrecht erhalten können", sagt er bei einem Treffen der Protagonisten auf der Carlsburg in Falkenberg, die die Familie des Gastronoms betreibt.
Für Steinert ergeben sich aus der Aktion drei Aspekte: Zum einen, etwas direkt in Griechenland zu machen. "Wir lösen zwar keine Probleme, aber wir lindern die Not der Menschen", sagte er. Zweitens hätten bei der Aktion die Menschen in der Region zusammengefunden: viele Freiwillige aus dem Oderland und Feuerwehren aus der Region, eine Schulklasse aus Eberswalde und ein Jugendklub aus Strausberg packten mit an.
"Wir haben gezeigt, dass die Region nicht so dunkel ist, wie sie nach den letzten Wahlen erscheint" , unterstrich Andreas Steinert. Zum dritten seien jetzt so viele Ideen entwickelt worden, dass es sich lohne  weiter zu machen. "So spontan wir die Sache angefangen haben, so professionell haben wir sie umgesetzt", lautet Steinerts Fazit. Jetzt sei ein Punkt erreicht, dieses Projekt zu beenden, aber dennoch weiter zu drehen. Es gelte, das Potenzial zu nutzen und die Menschen für neue Projekte zu begeistern. Er schlug daher vor, einen Verein zu gründen. Da eine Aktion wie diese nicht lange zu stemmen sei, wären kleinere Projekte besser.
Mülltüten und Gummistiefel
Axel Grafmanns und Miriam Tödter, die in Neurüdnitz und Berlin  leben, berichteten von ihren Besuchen in Griechenland. Axel Grafmanns erzählte von der Freude der Menschen über die Schlafsäcke aus Bad Freienwalde. Sie erlebten das Elend der inoffiziellen Lager, die sich um die offiziellen Lager gebildet haben, wo sie nicht hinein durften. Dort gebe es keine Toiletten. Die Menschen verrichteten ihre Notdurft außerhalb der Zelte, wo es kälter ist als hier. "Die Menschen waten barfuß in Exkrementen", berichtete Miriam Tödter. Deshalb seien Schuhe ungemein wichtig, sinnvoll für die Kinder wären Gummistiefel. Wichtig wären große Mülltüten, um die Windeln zu verstauen. "Weil es keine Toiletten gibt, tragen Kinder bis sechs Jahre Windeln", berichtete sie. Deren Entsorgung sei ein Problem. Das beste wäre, Toiletten zu bauen, doch dies überfordere die Hilfsorganisation.