"Ich freue mich, dass es so etwas in Bad Freienwalde gibt und hoffe, dass die Einrichtung durchhält", sagte eine junge Mutter bei der Eröffnung. Wer von der Königstraße den ehemaligen Laden betritt, fallen die hellen Farben auf, die an einen Kindergarten erinnern. An die Wand ist eine grüne Wiese mit bunten Blumen und Schmetterlingen gemalt, verschiedenfarbige Knautschhocker laden zu Verweilen an, Kinder finden Spielsachen und eine schiefe Ebene für Krabbelkinder. Es gibt aber auch Tische und Stühle wie in einem Café. Im Obergeschoss befindet sich noch ein Extraraum, der mit einem Wickeltisch ausgestattet ist. Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut "Walter May" Berlin (SPI) , die in Bad Freienwalde das OFFI betreibt, ist Träger der neuen Einrichtung.
Die Arbeit des Netzwerks "Frühe Hilfe", das vom Landkreis initiiert wurde, und das "Bündnis für Familie" in Bad Freienwalde haben gemeinsam das Eltern-Kind-Zentrum entwickelt. "Wir arbeiten hier mit Eltern und Kinder bis drei Jahren", sagte Frank Fiedler, SPI-Chef in Bad Freienwalde. "Unser Angebot richtet sich nicht an Benachteiligte, sondern an alle Eltern mit Neugeborenen und Kleinkindern", fügte er hinzu. Ziel sei es, allen Kindern einen guten Start in die ersten Jahre zu ermöglichen.
"Das Eltern-Kind Zentrum ist ein Thema, mit dem wir uns seit Jahren beschäftigen, weil es für Eltern, die gerade ein Kind bekommen haben, in Bad Freienwalde keine Einrichtung gibt", sagte Maren Köpke. Die Mitarbeiterin des SPI leitet das Betreuerteam des Eltern-Kind-Zentrums und zieht auch die Fäden beim Bündnis für Familie. Dort helfen Stephanie Zins aus Lüdersdorf, Ergotherapeutin und Lehrerin, sowie ehrenamtlich Daniela Schiller mit.
Eltern sollen die Möglichkeit bekommen, sich zusammensetzen und sich austauschen zu können. Vielfach helfe es, sich mit Gleichgesinnten zu treffen. "Über Netzwerk können wir auch fremde Hilfe in verschiedenen Bereichen vermitteln", versicherte Maren Köpke. Zuerst sei es wichtig, "Bedarfe und Angebote zu erfassen", erklärte die SPI-Mitarbeiterin. Dass sich das Eltern-und-Kind-Zentrum mitten in der Stadt und nicht im OFFI oben an der Berliner Straße sei Absicht. "Wir sind hier auch mit dem Kinderwagen erreichbar", ergänzte Maren Köpke. Vorläufig sei das Zentrum mittwochs und donnerstags geöffnet. Sollten sich diese Zeiten als unrealistisch herausstellen, dann sei eine Veränderung möglich, betonte die Leiterin der Betreuer. Wichtig sei, dass immer zwei Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.
"Ich hoffe, dass das Eltern-Kind-Zentrum gut angenommen wird", sagte Detlef Snaga, Teamleiter Allgemeine Soziale Dienste (ASD) des Jugendamtes des Landkreises in Bad Freienwalde. Damit sei verbunden, dass einige Probleme, mit denen sich die Behörde konfrontiert sieht, sich von alleine erledigen.
Frühe Hilfe ist uns ein großes Anliegen", bestätigte Margrit Neber, Diplom-Psychologin der Erziehungs- und Beratungsstelle des Landkreises in Bad Freienwalde. Junge Mütter litten häufig unter der Einsamkeit. Die Einrichtung sei daher in dieser Form etwas ganz Einmaliges. Es sei gut, junge Eltern und Mütter zu unterstützen, wenn sie fremde Hilfe suchen. "Man gibt ihnen einen Raum, wo sie sich treffen und austauschen können."
Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann gratulierte im Namen der Stadt und dankte dem SPI. "Ohne die Stiftung könnten wie vieles im Kinder- und Jugendbereich nicht aufrecht erhalten", sagte er und überreichte Maren Köpke einen Gutschein zum Kauf von Kinderbüchern.
Eltern und Kinder können die Angebote des Zentrums dank der Förderung des Landkreises kostenlos nutzen. Es wird Angebote wie Arbeiten mit Peddigrohr, Filzen Töpfern, Musisches oder Puppentheater geben. "Man kann teilnehmen, muss aber nicht", unterstrich Stephanie Zins.
Eltern-Kind-Zentrum "Gioco", Königstraße 29, Bad Freienwalde, geöffnet Mittwoch, 18 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 Uhr.