Im Wartezimmer stehen nur drei Stühle, es herrscht Mundschutzpflicht und vor dem Betreten des Sprechzimmers sind die Hände zu desinfizieren. Dort wird vor Behandlungsbeginn zunächst eine Mundspülung durchgeführt. "Wir sind mittlerweile voll ausgestattet, haben Schutzanzüge und Masken und Visiere, die vor der Aerosol-Wolke schützen", erklärt Großkopf. Offizielle Weisungen zu Behandlungen abseits von Notfällen gebe es noch nicht, sodass sie vorerst bei diesen bliebe.
In anderen Praxen im Altkreis Freienwalde sieht die Situation etwas anders aus. Kurzarbeit gibt es auch dort, aber "seit dieser Woche haben wir wieder die normalen Öffnungszeiten. Die Situation ist nämlich anders als vor 14 Tagen", berichtet Iris Seyfarth, ebenfalls Zahnärztin in der Kurstadt. Am Anfang der Corona-Krise habe auf Seiten der Patientinnen und Patienten große Verunsicherung geherrscht, viele sagten ihre Termine von sich aus ab. Doch das ändere sich gerade. "Die meisten wollen kommen", sagt die 44-Jährige Bad Freienwalderin. Das Ehepaar Seyfarth und sein Team führen im Moment eine Sonder-Anamnese vor der Behandlung durch, prüfen Erkältungssymptome, ob schon ein Corona-Test durchgeführt wurde und stellen sicher, dass sie die aktuelle Telefonnummer der behandelten Person haben. Um im Erkrankungsfall das Gesundheitsamt mit diesen Daten versorgen zu können. "Das ist ein ungeheurer Verwaltungsaufwand, dadurch dauert natürlich alles viel länger", berichtet Iris Seyfarth. Das Risiko für Patienten schätze sie nicht höher als bei einem Supermarktbesuch ein. Anders sehe es für die Mitarbeitenden der Praxis aus, da Patienten nun mal während der Behandlung keinen Schutz tragen könnten. Sie sei ihren Mitarbeitenden unglaublich dankbar, die in dieser ungewöhnlichen Zeit unter großen persönlichen Aufwand mehr arbeiten würden, auch schon mal über die normale Arbeitszeit hinaus.
Zusammenhalt war auch die Losung in der Praxis von Frank Sommer in Wriezen. Auch während der Corona-Krise hätten sie hier nicht eingeschränkt gearbeitet und entschlossen die Praxis offen gelassen. "Wir haben das gemeinschaftlich beraten und entschieden", berichtet Sommer. Ungefähr ein Drittel weniger Behandlungen hätte er durchgeführt. Für die übrigen seien noch strengere Hygieneauflagen eingeführt worden. Im Wartezimmer stünden nur vier Stühle, mit Abstand. An der Rezeption schützt ein Spuckschutz und bevor an diesen herangetreten wird, müssen Praxisbesucher abbiegen, um die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Die Mitarbeitenden tragen FFP2-Masken, Schutzvisiere, Handschuhe. "So, wie wir das eh machen, auch ohne Corona", erklärt der 60-Jährige. Nur das Schutzvisier, das am Kopf befestigt wird, sei neu. Mittlerweile sei auch der Patientenstrom "fast wieder normal", sagt Sommer.

Behandlung für Infizierte

Bei Forogh Salari in der GLG-Praxis in Bad Freienwalde kommt auch langsam wieder Schwung auf. "In den letzten zwei Monaten haben viele Patienten von sich aus Termine abgesagt. Anfangs hatten wir 90 Prozent weniger Behandlungen", erzählt die 30-jährige Zahnärztin. Doch seit ungefähr zwei Wochen riefen diese Patienten wieder an und machten Termine aus. "Wir haben auch schon wieder mit kleinen Zahnreinigungen angefangen." Sie sei dabei mit FFP2- und FFP3-Masken sowie Schutzvisieren bestückt, bei ihren Patienten gilt die Mundschutzpflicht bis ins Zimmer, wo die Behandlung beginnt.
Theoretisch ist die GLG-Praxis in der Kurstadt auch der Ort, an dem sich Corona-Infizierte bei Notfällen behandeln lassen könnten. "Bisher gab es aber noch keine Fälle", berichtet Andreas Gericke, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der GLG.