Für die Busse, die von der König- in die Tornower Straße abbiegen, ist der Radius häufig zu gering. Die Stadt Bad Freienwalde unternimmt einen neuen Versuch, ein absolutes Halteverbot zu erwirken, damit der Verkehr besser abfließt.
Sie hat ein Berliner Ingenieurbüro für Verkehrsplanung beauftragt, Lösungsvorschläge zu unterbreiten. In der Königstraße komme es in diesem Abschnitt immer wieder zu unerwünschten Verkehrssituationen, schätzen die Planer ein. "Aufgrund der der Rechts-vor-links-Regelung an der Einmündung der Tornower Straße kommt es in Verbindung mit parkenden Fahrzeugen regelmäßig zu einer Blockade der Fahrbahn durch wartepflichtige Verkehrsteilnehmer", formulieren die Ingenieure.

Verzicht auf Blockade

Die wesentliche Ursache liege in der Tatsache, dass vorfahrtsberechtigte Linksabbieger aus der Tornower Straße nicht einfach wegfahren bkönnen. Viele Autofahrer verzichten gar auf die Vorfahrt, um die Blockade zu verhindern.
Die Verkehrsplaner schlagen drei Lösungen vor: eine Grenzmarkierung für eingeschränkte Halteverbote beidseitig an den Einmündungen Tornower und Gesundbrunnenstraße (Zeichen 299), ein absolutes Halteverbot (Zeichen 283) oder Vorfahrt (Zeichen 301) auf der Königstraße.
Die Stadt hat jedoch nicht die Hoheit, die Schilder beliebig aufzustellen, sie muss einen Antrag beim Straßenverkehrsamt des Landkreises stellen und ist dort mehrfach abgeblitzt. Nach Ansicht der Behörde des Landkreises solle die 30-Kilometer-Zone  den Verkehr beruhigen. Parken sei dort grundsätzlich erlaubt, zumal dadurch das Tempo weiter verringert werde.
Die Fachausschüsse für Kurstadtentwicklung, Umwelt und Tourismus sowie Bau- und Ordnungsangelegenheiten haben bereits jeweils einstimmig dem neuen Vorstoß der Stadtverwaltung ihre Zustimmung erteilt. "Wir gehen davon aus, dass das Straßenverkehrsamt handeln muss, wenn wir die Begründung der Verkehrsplaner vorlegen", erklärte Rainer Texdorf, Fachbereichsleiter Kurstadtentwicklung und Tiefbau der Stadt Bad Freienwalde.

Klare Tendenz in Ausschüssen

In den Ausschüssen herrschte eine klare Tendenz. "Wir sollten Halteverbot von der Rathenau- bis zur Gesundbrunnenstraße ausweisen. Das ist ein Nadelöhr, wo sich der Verkehr staut", betonte Petra Lunow von der Fraktion Wählervereinigung 2019/FDP/Wählergruppe Inselgemeinden im Kurstadtentwicklungsausschuss. Dies sieht wohl auch die Stadtverwaltung so. Texdorf befürchtet mehr Unfälle, wenn die Rechts-vor-Links-Regelung aufgehoben werden sollte. Und auch Grenzmarkierungen wie oben an der Tornower Straße werden nicht als Lösung gesehen.
Der Landkreis hatte vorgeschlagen, den betreffenden Abschnitt für 50 km/h freizugeben. Dann könne die Stadt Halteverbotsschilder aufstellen. Ob er an seiner Auffassung festhält, war am Mittwoch nicht zu erfahren. Die Stadt sieht sich, so Rainer Texdorf, mit der Einschätzung der Verkehrsplaner im Rücken im Recht und erwäge sogar den Druck gegenüber dem Straßenverkehrsamt zu erhöhen.