Damit weist der TKC nun ein ganz stabiles Polster auf die Abstiegsplätze der Dritten Liga Nord auf. Dabei stand die Partie in der heimischen Gymnasiumsporthalle zumindest unter personell ungünstigen Vorzeichen. Zuspieler Peter Itzigehl und Kapitän Dirk Böckermann waren nicht mit von der Partie und so sah es im ersten Durchgang einmal mehr nach dem fast schon obligatorischen Fehlstart der Gastgeber aus. Die Randberliner nutzten die unverhoffte Gunst der Stunde, um sich in nur zwölf Minuten mit 14:8 komfortabel abzusetzen.
"Da gibt es nichts zu deuteln, die Anfangsphase haben wir, wie so häufig, verschlafen und mussten dementsprechend der Musik gegen ein hellwaches Spandauer Team hinterherlaufen. Allerdings hat sich die Mannschaft letztlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. Auch wenn zunächst mehr Krampf und Dusel dazu gehörten", bilanzierte Ulf-Michael Stumpe, TKC-Vereinschef und Hallenmoderator in Personalunion und wischte sich den Schweiß vom intensiven Mitfiebern und Anfeuern von der Stirn.
Doch die Gastgeber steckten trotz zunächst ständigen Rückstandes nie auf, sondern kämpften sich im wahrsten Sinn des Wortes mit Leidenschaft, Einsatz, Hingabe sowie Fanunterstützung ins Spiel zurück. Beim 18:17 gelang es den Gastgebern erstmals die Führung zu ergattern. Diese brachten sie nach über einer halben Stunde Spielzeit, auch mit Rücksichtnahme auf den Gesundheitszustand von Trainer Tom Schwenk, dessen Halsschlagadern zwischenzeitlich mehrfach zum Zerbersten anschwollen, zum glücklichen 26:24-Erfolg ins Ziel.
Was im zweiten Durchgang folgte, war eine Gala, wie es sie in der heimischen Halle zumindest in dieser Spielzeit noch nicht zu erleben gab. Wenn Übungsleiter Tom Schwenk gleich mehrfach den Anflug eines befreienden Lächelns nicht erwehren konnte, dann musste schon etwas Außergewöhnliches passieren. Karla Stumpe, ihres Zeichens Mutter von Klubchef Ulf Stumpe und gute Seele im Verein, hatte sich für die bombastische Vorstellung der Wriezener schnell ihren Reim gemacht: "Unser Ballmädchen Lara Blunk hat das Spielgerät verzaubert, das fortan nur noch unseren Akteuren gehorchte. Gegen diesen kindlichen Zauberspruch hatten die Spandauer keine Gegenmittel dabei."
René Stadie überragend
Auf dem Hallenparkett zauberten indes wirklich nur noch die Wriezener. Allen voran Ersatz-Kapitän Lukas Mäurer, Jordan Heyer, Toni Wenzlaff und René Stadie donnerten den bedauernswerten Gästen die Bälle nur noch so um die Ohren. Ob direkt verwandelte Angaben, gefühlvolle Lupfer oder auch raketenartige Schmetterbälle, es passte in Sachen Offensive einfach auf Seiten der TKCer. Auch in der Feldabwehr liefen die Gastgeber zur Hochform auf. Direkt am Netz blieben fast sämtliche Spandauer Angriffe am unüberwindbaren Block der Wriezener hängen. Über 11:3, 17:9, 23:9 hieß es am Ende 25:12 für die Heimtruppe, die damit nach nicht einmal 20 Minuten Spieldauer nicht nur auf 2:0 davon zog, sondern die Gäste nach allen Regeln der Volleyball-Kunst auseinander genommen hatten.
Einmal ins Rollen gekommen, gab es auch im dritten Abschnitt kein Halten mehr für die Heimtruppe. Wiederum ergriff das TKC-Ensemble umgehend die Initiative. Nach etwas mehr als20 Minuten stand das Resultat mit 25:16 fest.