Es begann am frühen Sonnabendnachmittag mit einer eher harmlosen Übung der zweiten Gruppe: Auf dem Gelände der Feuerwehr Heckelberg sollte ein „Brand“ gelöscht werden. Der Haken an der Sache: Der Hydrant steht an der Straße. Der Zaun musste also fachmännisch überwunden werden. Der Jugendwart der Heckelberger Wehr Felix Pezenburg stellte der angetretenen Gruppe die Aufgabe, Gruppenführer Florian Hübner (17) musste sie wiederholen, dann die jeweils vorn stehenden Jungen und Mädchen vom Angriffstrupp, Wassertrupp und Sicherungstrupp. Das dauerte seine Zeit, doch kam es ja bei dieser Übung nicht auf die Sekunden an – auch wenn Steven schon immer losrennen wollte – sondern darauf, die Grundregeln in Fleisch und Blut übergehen zu lassen.
Endlich konnten Steven, Sarah, Jordan, Maria, Rudolf und Pauline loslaufen und die Schlauchrolle und die Spritze vom Tanker holen. Jordan schleppte das Stand­rohr für den Unterflurhydranten zur Straße, Maria folgte mit dem riesigen Schlüssel zum Aufdrehen. Die vier anderen trugen zwei Steckleitern vom Fahrzeug auf die Wiese. Die Teile mussten über Eck zusammengesteckt und jeweils mit Seilknoten gesichert werden. Mit Eifer schlugen Pauline und Steven oben einen Mastwurf um die Leiter, während Rudolf unten kniete und das Sicherungsseil mit einem Zimmermannsstich befestigte. Das klappte, hatten sie doch schon in den Ausbildungspausen das Knoten geübt.
Die beiden anderen Gruppe waren in einer langen Linie angetreten, um zu sehen, wie die zweite Gruppe ihre Sache meistert. Die Leiter wurde über den Zaun gestellt und gesichert. Jordan und Maria hatten inzwischen das C-Rohr auf den Hydranten-Stutzen geschraubt und warteten auf das wichtigste Kommando. Aber zunächst musste ja Rudolf die Spritze mit dem C-Rohr die Leiter hinaufschaffen, wo ihn von der anderen Seite Pauline erwartete. Währenddessen sicherten Jordan und Maria die Leiter. „Sicherheit ist oberstes Gebot bei unseren Einsätzen, das müssen die Kinder bei der Jugendfeuerwehr von Anfang an lernen“, erläuterte Felix Pezenburg die umständlich erscheinende Vorgehensweise.
Schließlich hielt Sarah die Spritze in den Händen, Steven sicherte sie und wandte sich zum Wassertrupp. Er riss den rechten Arm hoch und rief: „Rohr eins Wasser marsch!“ Vorschriftsmäßig wiederholte Jordan das Kommando, und mit vereinten Kräften gelang es ihm und Maria, den großen Hahn aufzudrehen. „Rohr eins Wasser halt!“, rief Steven, und die erste Übung war erfolgreich beendet.
Es war nur eine von vielen, die die Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren von den Jugendfeuerwehren Heckelberg, Dannenberg und Falkenberg am vergangenen Wochenende absolvierten. Um 15.30 Uhr gellte schon wieder die Sirene: Höhenrettung! Ein Verletzter war vom Heuboden der Oma Falk in der Beerbaumer Straße zu retten. Wieder mussten die Steckleitern geholt werden, außerdem waren zwei vermisste Kinder im Garten zu suchen. Kurze Zeit später wurde eine Ölspur vor dem Kindergarten gemeldet. Die nächste Gruppe lernte, Schadstoffe mit Bindemittel aufzunehmen und ordentlich zu beseitigen. Dann in der Dunkelheit nach acht ein großes Feuer auf der Koppel. Kinder sollen gekokelt haben und dann in Panik weggelaufen sein. Das Löschen des großen Feuers begeistert den jungen Feuerwehrnachwuchs. Während die erste Gruppe löscht, findet die zweite Gruppe die Kinder in einem Rübenkeller und rettet sie über eine Bockleiter. Und als alle schlafen, noch ein Alarm: Ein Feldbrand weit nach Mitternacht!
Am Ende sind sich die Jugendwarte Felix Pezenburg, Fabio Acquarone (Dannenberg) und Henry Müller (Falkenberg) einig: Das wird Tradition.