Dass ausgerechnet dem SV Bliesdorf der Einzug ins Endspiel gelingen würde, war zunächst keineswegs abzusehen. Im Gegenteil: Die klare 0:4-Klatsche gegen Blau-Weiß Wriezen im Turniereröffnungsspiel der Staffel A deutete auf ein schnelles Aus der Bliesdorfer hin, die zudem zur Rückrunde ihre Herrenmannschaft vom Spielbetrieb im Fußballkreis Ostbrandenburg abgemeldet haben. Umso erstaunlicher, wie der Wriezener Stadtteilklub im weiteren Verlauf doch noch die Kurve bekam.
Während Wriezen II mit einem 6:1-Erfolg gegen die Oberligareserve des FC Strausberg sowie einem glatten 5:0 über den Falkenberger SV als einzige ungeschlagene Mannschaft und zudem als Gruppenerster den Sprung ins Halbfinale schaffte, hievte sich Bliesdorf mit einem 1:1 gegen den Falkenberger SV sowie einem hart erkämpften 3:2-Sieg gegen den FC Strausberg II quasi auf der Ziellinie noch ins Semifinale. Dies verpassten als Gruppenletzter der Falkenberger SV und zudem die Strausberger Reserve. Dabei hatten die Randberliner sich vor dem Aufeinandertreffen mit Bliesdorf mit dem vorherigen 3:2-Sieg gegen Falkenberg die besseren Karten erarbeitet.
In der Gruppe B ging es indes wesentlich packender zu. Mit Jahn Haselberg, dem MTV Altglietzen und Hertha Neutrebbin II hatten gleich drei Mannschaften im Endklassement sechs Zähler auf der Habenseite. Dabei wurstelte sich der MTV Altglietzen als wahrer Ergebnismeister durch die Vorrunde. Beim 4:3-Erfolg gegen Jahn Haselberg war es Julian Wachsmann, der mit seinen Treffern für den knappen und glücklichen Sieg sorgte. Es folgte ein ungefährdetes 4:2 gegen das Axa-Team. Ergo reichte den MTVern zum Vorrundenabschluss eine knappe 0:1-Schlappe gegen Neutrebbin II, um dennoch als Gruppenzweiter den Sprung ins Semifinale zu schaffen. Dies gelang trotz der knappen Auftaktpleite auch den Haselberger Kickern, die im zweiten Spiel Neutrebbin mit 4:0 deutlich in die Schranken wiesen und das Axa-Team mit 4:1 bezwangen. Die Begegnung Neutrebbin II contra Axa-Kicker endete mit einem 2:1-Erfolg für die Herthaner.
Im ersten Halbfinalkrimi zwischen Haselberg und Bliesdorf war es Maximilian Gehrke, der mit seinem Treffer zum 3:2 für Bliesdorf wenige Sekunden vor dem Abpfiff für klare Verhältnisse sorgte. Zwar hatte das Überraschungsteam aus Bliesdorf einen Blitzstart erwischt und schien nach den beiden schnellen Treffern von Christian Köppen einem sicheren Erfolg entgegenzusteuern, doch der Schein trog. Haselbergs Florian Köhler sowie Routinier Matthias Müller erzielten den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe sich die Waagschale ganz spät zugunsten der Bliesdorfer neigte.
Das zweite Semifiale erwies sich nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten als einseitige Angelegenheit für die Wriezener Gastgeber gegen den MTV Altglietzen. Mit dem Doppelschlag von Wriezens Stephan Heese und Dirk Schilling waren die Weichen auf Endspiel gestellt. Spätestens mit dem zweiten Wriezener Doppelpack zum 4:0 durch den überragenden Christian Klasse und Florian Pekrul erlosch der Widerstand des MTV-Ensembles. Julian Wachsmann gelang mit einem sehenswerten Tor lediglich noch ein wenig Ergebniskosmetik zum 4:1.
Im kleinen Finale schossen sich die Haselberger Fußballer ihren Frust über das verpasste Endspiel mit einem ungefährdeten 4:1-Sieg über den MTV Altglietzen von der Seele. Florian Hanne, Moritz Dehn und Florian Köhler schraubten das Resultat auf 3:0. Selbst das Tor zum 3:1 von Julian Wachsmann hemmte den Torhunger der Jahn-Akteure nicht. Vielmehr gehörte Kevin Besler mit dem Treffer zum 4:1 der Schlussakkord.
Das Finale des Wriezener Stadtduells sah zunächst eine stark auftrumpfende Bliesdorfer Mannschaft, die auch folgerichtig durch Maximilian Gehrke mit 1:0 in Führung ging. Doch bereits im direkten Gegenzug markierte Manuel Albert mit einem fulminanten Distanzschuss den Ausgleich. In der Folge benötigen die Blau-Weißen keinerlei Fortune. Florian Pekrul, Christian Klasse, Dirk Hoffmann schossen Wriezen mit ihren Treffern uneinholbar in Front, ehe Robert Gbur das Leder zum 5:1-Endstand für die Gastgeber in die Bliesdorfer Maschen donnerte.
Geschafft, aber hochzufrieden, zeigten sich die beiden Cheforganisatoren Christian Wegener und Steven Kanitz. "Das Turnier war eine mehr als runde Sache und hat richtig Spaß bereitet. Auch den beiden Unparteiischen Clemens und Gunnar Schulz gilt ein dickes Lob", so der Tenor der beiden Wriezener.