Die kommunale Selbstverwaltung ist der Klebstoff, der das Amt Falkenberg-Höhe zusammenhält. Der Wunsch nach Erhalt der Selbstständigkeit der Gemeinden zog sich am Montagabend wie ein roter Faden durch die Festreden. Die Bürgermeister von Bad Freienwalde und Wriezen, Ralf Lehmann und Uwe Siebert (beide parteilos) mussten vernehmen, dass sich keine der Gemeinden eine Zukunft als Ortsteil einer Stadt vorstellen kann.
Das Bewusstsein dieser Unabhängigkeit verkörpert Maik Hölzer, als Amtsausschussvorsitzender und als Ortsvorsteher von Kruge/Gersdorf in zweifacher Hinsicht Gastgeber der Jubiläumsfeier: "Mitglieder der Landesregierung sind heute nicht dabei", sagte Hölzer und fügte hinzu, "wie sind eben nicht wichtig genug, erst zum Wahlkampf tauchen sie wieder hier auf." Marco Büchel, Landtagsabgeordneter der Linken, sei als einziger der Einladung gefolgt. "Viele Grüße nach Potsdam, wir danken es euch."
Die Landesregierung sei dagegen nicht müde, an bestehenden Strukturen zu rütteln. Von zehn Gemeinden, die sich 1992 zum Amt Falkenberg-Höhe zusammenrauften, seien daher nur noch vier übrig geblieben. Dass es das Amt trotz aller Widrigkeiten immer noch gebe, sei nach Auffassung des Amtsausschusses Grund genug, das 20-jährige Bestehen zu feiern.
Was das Amt in dieser Zeit geschaffen habe, kann sich sehen lassen. "Wir haben 28,5 Millionen Euro verbaut und dabei 18,9 Millionen Euro Fördermittel beantragt und vereinnahmt", erklärte Hölzer. Viele Vorhaben seien gut umgesetzt worden, einiges sei nicht zufriedenstellend verlaufen wie zum Beispiel die Windkraft. Viel Geld sei in die Infrastruktur geflossen, die Schulen seien saniert, die Kita in Falkenberg neu gebaut worden. Weiter zählte Hölzer die Feuerwehrgerätehäuser auf, in die viel Geld geflossen sei. Positiv sei, dass sich die Gemeinden im Amtsausschuss auf Augenhöhe begegnen, eine Angliederung an eine Stadt sei für ihn nicht denkbar.
Die Festansprache teilten sich der aktuelle Amtsdirektor Holger Horneffer und der ehemalige Eberhard Alberti. Letzterer gilt als Gründer des kommunalen Gebildes.
"Mit den ersten demokratischen Wahlen am 18. März 1990 erfolgte die Wiedergeburt der selbstständigen Gemeinden auf dem Gebiet der ehemaligen DDR", berichtete Alberti. "Es herrschte Aufbruchsstimmung." Zunächst habe man ein Amt geplant, dass neben den heutigen Gemeinden noch Grüntal, Trampe, Tuchen-Klobbicke, Hohenfinow und Niederfinow mit einschließt. Dies sei in Potsdam jedoch nicht genehmigt worden, weil man befürchtete, eine zu große Verwaltungseinheit zwischen Bad Freienwalde, Eberswalde und Bernau zu schaffen, sagte Alberti. Nach der Reduzierung auf das bisherige Gebiet, sei das Amt vom damaligen Innenminister Alwin Ziel (SPD) am 21. August 1992 genehmigt worden. Schließlich wurde das Amt aus den selbstständigen Gemeinden Beiersdorf, Brunow, Dannenberg, Freudenberg, Falkenberg, Heckelberg, Kruge/Gersdorf, Leuenberg, Steinbeck und Wölsickendorf-Wollenberg gebildet. Letztere wollte eigentlich nach Bad Freienwalde, was aber nicht funktionierte, weil die Gemeinde keine gemeinsame Grenze mit der Kurstadt hatte. Der Ort habe geklagt, sei aber vor dem Verfassungsgericht gescheitert. Alberti bedauerte immer noch, dass Tiefensee ins Amt Werneuchen und in den Landkreis Bernau wechselte.
Er sei stolz auf die beiden Schulen, die dank der Kinder aus Tiefensee und den Finow-Dörfern in ihrer Existenz gesichert seien, und die fünf Kitas, die einen Standortvorteil bieten, sodass sich junge Familien im Amtsbereich ansiedeln, sagte Amtsdirektor Holger Horneffer. Für ihn seien Partner wichtig wie der VFBQ, die Stephanus-Stiftung, die Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) für die Jugendarbeit, er strebe eine gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft an, mit den Energieversorgern und dem Landkreis.
Ziel sei es, ein funktionierendes Amt trotz sich verringernder Einwohnerzahlen zu erhalten. "Verwaltung muss erreichbar und effizient sein", so Horneffer. Die Arbeit werde nicht einfach, weil sich Förderstrukturen veränderten. Die Folge sei, dass auf den Straßen nur noch Notreparaturen möglich sind.
Karsten Birkholz, Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch, und Wriezens Bürgermeister Uwe Siebert gratulierten vom Podium aus. Siebert erinnerte an die paradiesischen Zeiten kurz nach der Wende, als Bundesmittel direkt an Städte und Ämter ausgereicht wurden und die Bürgermeister zupacken konnten und es noch keine Kreisumlage gab. Die Ämter seien die Selbsthilfegruppe für die Gemeinden, die zur Aufrechterhaltung ihrer Infrastruktur keine Kraft mehr hätten.
Charmant und unterhaltsam durch den Festakt führte Susanne Gollung, Mitarbeiterin des Amtes. Die Bläserklasse der Falkenberger Grundschule unter der Leitung von Susanne Mette eröffnete den Abend. Der Schüler Oscar Stenschke gab sein Flötenspiel zum Besten und Isabell Kientopf (12) zeigte ihre gesanglichen Fähigkeiten.
Einige Gäste bedauerten, dass die Ausstellung nicht mehr geöffnet war. Dort zeigten Ortschronisten und Vereine, darunter auch der Sportverein Falkenberg und der Förderverein Dorfkirche Steinbeck Dokumente und Fotos aus 20 Jahren.