Der 21-Jährige, der für den SC Potsdam antritt und von Bundestrainer Ronald Weigel trainiert wird, hatte schon in den Jahren zuvor im Nachwuchs-Bereich für Furore gesorgt. 2009 wurde er U-18-Weltmeister und 2011 Europameister in der Altersklasse U20 - jeweils über die 10-Kilometer-Distanz. Nun ist es also nach zweimal Gold in Finnland in 1:25:04 Stunden die Bronzemedaille über die doppelt so lange Strecke geworden.
Zu den ersten Gratulanten am Mittwochabend in Tampere gehörten die Eltern Beatrix und Hartmut Pohle, die wie ein Großteil der deutschen U-23-Nationalmannschaft den Beeskower angefeuert hatten. "Wir sind so stolz auf Hagen. Das war wieder eine prima Leistung von ihm", sagt Beatrix Pohle.
"Ich habe das auch während des Wettkampfs wahrgenommen und mich sehr über die Unterstützung gefreut, denn es war doch ein ziemlich hartes Rennen", erklärt Hagen Pohle, der seit September 2011 dem Leistungssportprojekt der Bundespolizei in Kienbaum angehört. "Der Ein-Kilometer-Rundkurs hatte eine kleine Steigung, die ich also in jeder der 20 Runden bewältigen musste. Dazu kam noch der Wind - das hat am Ende richtig geschlaucht."
Da dem Kreisstädter, der auch dem SSV Rot-Weiß Friedland und dem SV Preußen angehört, zu Beginn des Wettkampf das Tempo nicht hoch genug war, hatte er sich auf den ersten fünf Kilometer schon ein ganzes Stück abgesetzt. Doch dann kamen die erwartet starken Russen Piotr Bogatyrew und Aleksandr Ivanow heran. Mit beiden ging Pohle bis Kilometer zehn, elf gemeinsam, ehe sich die Kontrahenten von dem besten Deutschen im Feld absetzten. Bogatyrew holte am Ende in 1:21:31 Stunden den Titel denkbar knapp vor Ivanow (1:21:34).
"Beide waren einfach zu schnell für mich. Das war mir schon vor dem Rennen klar gewesen", erklärt Hagen Pohle, der als Vierter der U-23-Rangliste über 20 Kilometer nach Tampere gereist war. "Umso glücklicher bin ich, dass es zum Schluss doch noch mit der erhofften Medaille geklappt hat."
Und er freute sich zugleich über einen weiteren Erfolg eines Sportlers aus der Region bei anderen Titelkämpfen. "Der Mittwochabend war sehr erfolgreich für den Landkreis Oder-Spree, denn Claudine Vita hat bei den U-18-Weltmeisterschaften in Donezk die Silbermedaille im Diskuswerfen gewonnen. Meinen Glückwunsch dazu." Die aus Fürstenwalde stammende 16Jahre alte Athletin, die jetzt für den SC Neubrandenburg startet, erzielte mit 52,59 Metern eine persönliche Bestleistung.
Dass er in Tampere an seine Bestzeit (1:22:37) diesmal nicht herankam, hat für den amtierenden Deutschen Meister (Männer und Junioren) überhaupt keine Rolle gespielt, zumal das auch sonst fast keinem Athleten im dem rund 25-köpfigen Feld gelungen war. "Wichtig ist die Medaille. Denn es ist international die Erste für mich über die 20 Kilometer, also jene Strecke, die auch im Männer-Bereich international auf dem Wettkampf-Programm steht", sagt Pohle, der in Finnland seinen letzten Wettkampf bei den Junioren bestritt.
Nun will er sich zusammen mit seinen Eltern bis zum Sonntag noch einige Wettkämpfe seiner Leichtathletik-Nationalmannschaftskollegen ansehen sowie etwas die Stadt Tampere und deren Umland erkunden. "Denn ich bin erstmals in Finnland und möchte auch noch Land und Leute etwas kennenlernen.", sagt Pohle, der am Montag wieder in die Heimat zurückfliegt. Danach stehen einige Tage Ruhe daheim auf dem Programm, ehe es mit dem Training weitergeht. Und Anfang/Mitte August steht dem Beeskower eine weitere Premiere bevor, will er zusammen mit zwei Geher-Kollegen zwei Wochen Urlaub in Israel machen. "Das wird bestimmt sehr interessant."
Und dann wird Hagen Pohle im Training weiter daran arbeiten, seine Ausdauer sowie seine Zeit zu verbessern - das große Ziel Olympia 2016 in Rio de Janeiro lockt schon jetzt.