"Wir sind überglücklich, das ist ein sehr bedeutender Preis", sagt Viktoria Wille, die in Berlin das Architekturbüro sw-architecture betreibt und seinerzeit den Zuschlag für die Neugestaltung der Sielmann Ausstellung erhalten hatte. Anliegen der Sielmann Stiftung als Auftrageber ist es gewesen, die vorherige Exposition, die mit ihren großen Schrifttafeln nicht mehr zeitgemäß war, durch eine modernere zu ersetzen, die alle Altersgruppen vom Kind bis zum Opa gleichermaßen anspricht.
Und Viktoria Wille ist die Umsetzung mit einem originellen Ansatz ganz hervorragend gelungen. Die Besucher können sich von Arthur, dem schlauen Fischadler, und Ottilie, der flotten Fischotterdame führen lassen. Das sind die beiden Charaktertiere in der Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seenkette. Die Gäste haben somit Gelegenheit, dieses Naturschutzgebiet aus ungewöhnlicher Perspektive - nämlich aus Sicht der Tiere - zu entdecken. Sie können in die Unterwasserwelt abtauchen oder zu einem Flug abheben. Das Gefühl, im Wasser, am Uferbereich oder in der Luft zu sein, wird durch verschiedene Gestaltungselemente erreicht. Arthur und Ottilie haben dabei auch kleine Aufgaben für die jüngsten Besucher der Ausstellung parat. Zahlreiche interaktive Elemente laden zur Betätigung ein. Sehr beliebt bei den Kindern ist zum Beispiel eine Schublade, die sich aufziehen lässt und ein echtes Fischotterfell zum Streicheln enthält.
Mit dieser Ausstellung in Köllnitz, die im vorigen Jahr anlässlich des 10. Jahrestages der Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seenkette eröffnet worden ist, hat sich Vitoria Wille für den diesjährigen iF design award beworben und zwar in der Kategorie Kommunikation im Raum. Große Freude, als dann die Einladung zur Preisverleihung kam. Das Ereignis fand in der BMW-Welt München statt mit 1300 geladenen Gästen aus aller Welt. Für die junge Berliner Architektin und ihr Team eine wunderbare Bestätigung der eigenen Arbeit. Der iF design award ist ein internationaler Designerpreis, der weltweit große Anerkennung genießt. Wer den bekommt, ist also schon wer.
In Kürze soll in der Groß Schauener Ausstellung auch ein Hinweis angebracht werden, damit die Besucher wissen, dass diese Schau so einen tollen Preis bekommen hat. Seitens der Sielmann Stiftung ist man jedenfalls des Lobes voll. "Das ist ein Riesenerfolg und freut uns ungemein", sagt Ulrich Simmat, der Stiftungs-Mitarbeiter vor Ort. "Nicht nur die Arbeit von Frau Wille, auch unsere Ausstellung wird dadurch geadelt. Dies zeigt, dass man Naturschutzthemen so aufbereiten kann, dass internationale Anerkennung möglich ist."
Viktoria Wille hat übrigens auch die Ausstellung "Faszinarium Stör" konzipiert, die im Oktober 2012 im Haus des Gastes Wendisch Rietz eröffnet wurde. Und sie ist in der Region derzeit auch im Zusammenhang mit einem weiteren Projekt unterwegs. Näheres dazu will die Architektin aber noch nicht verraten.