Die Stadt ist mit viel Geld für Planungen (rund 350 000 Euro) in Vorleistungen gegangen. Aus Überzeugung hält sie auch weiter an dem Vorhaben Kunstarchiv fest, obwohl es im vergangenen Jahr einen herben Rückschlag gab: Die beantragten Mittel aus dem europäischen Fördertopf Interreg 4a flossen nicht.
Die Entwurfsplanung liegt bereits fix und fertig vor: Das Architekturbüro Dudler präsentierte sie vergangene Woche auf der Burg Beeskow den Stadtverordneten (leider waren nur fünf gekommen) und Vertretern des Fördervereins, darunter der Vorsitzende Herbert Schirmer. Erst wenn sicher ist, dass Fördergeld fließt, wird die Planung im Detail fortgeführt. Nach jetzigen Vorstellungen sollen rund 2000 Quadratmeter Archivräume und 265 Quadratmeter Ausstellungsfläche entstehen, daneben ein Foyer sowie Nutzflächen für Bibliothek und Büroräume. Ein Café ist nicht vorgesehen. "Auf dieser Planung können wir aufbauen, wenn wir Fördermittel bekommen", sagt Bürgermeister Frank Steffen. Die Stadt werde sich für das ab 2014 laufende Programm Interreg 5 a bewerben, gleichzeitig aber auch um Möglichkeiten auf nationaler Ebene bemühen. Gespräche in verschiedener Richtung würden laufen. "Wir brauchen einen hohen Förderanteil und die Unterstützung des Landes Brandenburg", ist für Steffen klar, dass das Projekt nicht allein von der Stadt zu stemmen sei.
Unterstützung bekommt sie nun von prominenter Seite: Herbert Schirmer, der nach der Wende die DDR-Kunst mit viel nationaler und internationaler Beachtung nach Beeskow holte. An seiner Seite im Förderverein stehen neben streitbaren Künstlern (dabei ist der Eisenhüttenstädter Maler Matthias Steier) auch Unternehmer, die das Projekt nicht nur von der ideellen Seite sehen, aber wohlwollend unterstützen. Zu ihnen gehört der Beeskower Heinz Lassowsky, ein engagierter Weggefährte von Schirmer. Mitglied ist auch Ilona Weser, stellvertretende Landrätin und Kulturdezernentin im LOS, die sich seit Jahren für den Bau eines Kunstarchivs einsetzt.
Neben den Beeskower Exponaten soll die Artothek der West-Berliner Künstler hier ihren Platz erhalten, es ist aber auch daran gedacht, einen Künstler-Nachlass einzurichten. "Ziel unseres Fördervereins ist es, die Idee eines Kunstarchivs zu befördern und stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu etablieren", sagt der Vorsitzende Herbert Schirmer. Der Name Beeskow sei eng mit der Auftragskunst verbunden, das hier befindliche Depot habe eine Wertigkeit im Ensemble der Museen, ein Ortswechsel wäre schädlich, sagt Schirmer, der eine übermächtige Konkurrenz aus Potsdam befürchtet. Der Milliardär und Kunstmäzene Hasso Plattner hat dort ähnliche Pläne.
Herbert Schirmer weiß, dass für das neue Beeskower Kunstarchiv ein langer Atem, ein hohes Maß an Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit nötig sind. Aus einem Guss, so sagt er, werde es wahrscheinlich nicht mehr gebaut werden können, aber in Etappen müsste es möglich sein.