"Das ist alles ganz legal", sagt Markus Finger, der gegenwärtig als Subunternehmer beim Abbau der Gleisanlagen zwischen Pfaffendorf und Beeskow beschäftigt ist. Er schneidet die Gleise an, damit sie später mit dem Bagger gehoben werden können. Finger gesteht, dass ihn viele Vorüberfahrende argwöhnisch betrachten, ein Bürger sei sogar zornig auf ihn zugegangen.
Wie eine Nachfrage beim Infrastrukturministerium in Potsdam ergab, ist der Gleisabbau nun erlaubt. Anders als im Februar dieses Jahres.Damals hatte die Scharmützelseebahn GmbH als Eigentümer der Strecke ohne Genehmigung damit begonnen, die Gleisanlagen Stück für Stück zu entfernen. Viele Bürger empörten sich über diese Dreistigkeit. Auf der Strecke fährt zwar seit über 13 Jahren kein Zug mehr, aber sie war noch nicht entwidmet.
Als das Landesamt für Bauen und Verkehr im Februar von dem illegalen Rückbau erfuhr, wurde der Stopp angeordnet und ein Zwangsgeld von 20 000 Euro angedroht.
Wie das Oder-Spree-Journal gestern erfuhr, ist es nie zu einer Strafzahlung gekommen. Als Grund gibt das Ministerium an, dass der Eigentümer den Abbau damals sofort gestoppt habe und es auch klar war, dass auf dieser Strecke nie wieder ein Zug fahren würde. "Deshalb wurde kein Gebrauch von der Zahlung des Zwangsgeldes gemacht", so der Sprecher. Der nun laufende Abbau der Gleisanlagen sei rechtmäßig.
Ziel der Anrainergemeinden ist es, auf dem ehemaligen Bahndamm einen Radweg bis nach Bad Saarow zu bauen.