Der Titel von Buchners Vortrag lautete "Klaus graust's vor Massentierfleisch und multiresistenten Keimen". In seinem Referat, das er im Hotel Zum Schwan am Sonnabend hielt, verurteilte der EU-Politiker die "Massentierhaltung". Die sei, gemeinsam mit bestimmten Praktiken der Humanmedizin, ursächlich für das vermehrte Aufkommen multiresistenter Keime. Darunter seien Bakterien zu verstehen, die gegen Antibiotika nicht mehr ansprächen.
Nach der Darstellung Buchners werden in großen Ställen Antibiotika systematisch auch bei gesunden Tieren eingesetzt, um Tierkrankheiten vorzubeugen. Dabei kämen immer häufiger Reserve-Antibiotika, die ein breites Spektrum an Bakterien bekämpfen, zum Einsatz. Die Folge sei, dass sich die wenigen Bakterienstämme, die von dem Mittel nicht getötet werden, verbreiteten. In handelsüblichem Putenfleisch seien im Jahr 2015 etwa neun von zehn Proben beanstandet worden, trug Buchner vor. Buchner warnte vor dem angestrebten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada (CETA). Die ÖDP befürchtet, das 16 mal so viel Schweinefleisch und zehn mal so viel Rindfleisch aus "Massentierhaltung" wie bisher auf diesem Wege in die EU gelangten.
Der Vortrag Buchners litt ein wenig unter dem Umstand, dass sich weder auf dem Podium noch im Publikum Vertreter der konventionellen Landwirtschaft befanden. Auf diese Art und Weise blieben die Thesen des Politikers ohne Gegenargumente im Raum stehen. Dennoch war der Vortrag aufschlussreich. Die Zuhörer erfuhren viele Hintergrund-Informationen zur Funktionsweise der Brüsseler Politik, über das Zusammenspiel von Kommission, Parlament und Rat. Buchner gelang es dabei, die Rolle und Arbeitsweise der wirtschaftlichen Interessenvertreter anhand von Beispielen zu verdeutlichen.