Mit Stand vom 30. November waren in Brandenburg 182 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen worden, allein 147 davon in den zwei Kerngebieten des Seuchengeschehens mit Schwerpunkt im Landkreis Oder-Spree.
Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree hat nun mit seiner neuen Tierseuchenallgemeinverfügung vom 30. November eine Grundlage für die Entnahme von Wildschweinen in weißen Zonen und in Kerngebieten des Seuchengeschehens der Afrikanischen Schweinepest geschaffen.
Außerdem sind Erleichterungen für Land- und Forstwirtschaft in den vom Landkreis ausgewiesenen Restriktionszonen vorgesehen. Voraussetzung dafür war ein Erlass des Landes Brandenburg. Mit der Allgemeinverfügung erfolgte punktuell eine Anpassung der Gebietskulisse: So wurde die Gemeinde Jacobsdorf aus dem gefährdeten Gebiet in die Pufferzone verschoben.

Jagd-Ausnahmen mit Hauptziel Wildschwein

Die Jagd im gefährdeten Gebiet – mit Ausnahme der weißen Zonen und der Kerngebiete – ist nun auf alle Wildtierarten erlaubt, in allen Bejagungsarten. Gegenüber den Jagdausübungsberechtigten wird angeordnet, eine verstärkte Bejagung von Schwarzwild durchzuführen
In weißen Zonen gilt weiterhin ein umfassendes Jagdverbot für alle Wildtierarten. Ausgenommen davon ist die Entnahme von Wildschweinen mittels Fallen. Auch Einzelansitzjagden auf Wildschweine sind möglich. Voraussetzung ist, dass die doppelte Umzäunung dieser Gebiete fertiggestellt wurde. Auch im Kerngebiet gilt ein grundsätzliches Jagdverbot für alle Wildtierarten, wobei die Entnahme von Wildschweinen mittels Fallen zulässig ist.
Weitere Ausnahmen sind auf Anordnung durch das Veterinäramt möglich. Ziel ist eine drastische Reduzierung der Wildschweinpopulation, da nur so die Tilgung der Seuche erreicht werden kann.

Erleichterung für die Landwirtschaft

Im gefährdeten Gebiet ist die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen ohne Einschränkungen gestattet. In der weißen Zone und im Kerngebiet wird die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen verboten. Von diesem Verbot ausgenommen sind Weidehaltungen sowie zahlreiche weitere Tätigkeiten wie Düngemaßnahmen oder die Frühjahrsbestellung unter der Voraussetzung, dass die Flächen zuvor auf tote oder kranke Tiere abgesucht wurden.

Ausnahmen für die Forstwirtschaft

Im gesamten gefährdeten Gebiet ist die Nutzung forstwirtschaftlicher Flächen verboten, es werden aber auch hier Ausnahmen zugelassen wie die Holzabfuhr, der Zaunbau oder die Saatguternte. Die vollständige Liste der erlaubten Tätigkeiten und die Voraussetzungen für die jeweiligen Arbeiten können auf der Webseite des Landkreises eingesehen werden.

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