Weil in den Statistischen Jahrbüchern des Landkreises Oder-Spree der letzten Jahre Angaben über wesentliche Teile der bestehenden Armut nicht erfasst sind, soll der Landrat nach Auffassung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Migration im Landkreis beauftragt werden, dem Kreistag zur zweiten Sitzung im Jahre 2021 einen umfassenderen Bericht über die Armut im Landkreis Oder-Spree vorzulegen.
Dieser Bericht, so heißt es im Antrag, soll der Grundstruktur des Armutsberichts des paritätischen Gesamtverbandes folgen und mindestens enthalten: Angaben über Armutsgefährdung, Kinder- und Altersarmut und/oder Obdachlosigkeit bzw. Wohnungslosigkeit sowie Angaben über die Armutsmilderung durch die Arbeit der Tafeln sowie über die in den genannten Bereichen vom Landkreis ergriffenen Maßnahmen.
Ein solcher Bericht sollte zur Grundlage für die Arbeit des Ausschusses als auch Maßnahmen des Kreises zur Minderung der Armut in seinem Gebiet, erläuterte die Ausschussvorsitzende Rita-Sybille Heinrich (Die Linke), die die Ausschussleitung für den Tagesordnungspunkt abgab, weil sie selbst den Antrag mit eingereicht hatte. In einer corona-bedingt verkürzten Diskussion wurden bereits entstehende Berichte im Kreis angesprochen und von mehreren Seiten eine Verbindung jener vorgeschlagen. Letztlich aber fehlten darin entweder die Perspektive auf den gesamten Landkreis oder auf einzelne Gruppen wie Kinder oder Obdachlose.

Corona-Folgen feststellen

„In der Obdachlosenunterkunft in Erkner sollen auch schon Kinder untergebracht sein“, betont Heinrich. Darum könnten diese zwei Gruppen nicht mehr einzeln betrachtet werden. Außerdem sei ein solcher Überblick wichtig, um mögliche Langzeitfolgen der Corona-Pandemie feststellen zu können. „Wir brauchen erst den Armutsbericht und dann darauf aufbauende Projekte“, so Heinrich.
Letztlich hat der Sozialausschuss mit zwei zu einer Stimme bei drei Enthaltungen den Antrag der Fraktion Die Linke.Piraten angenommen. Er wird nun in den Kreistag weitergegeben.