Die größten Debatten gab es um ein kleines Tier - die Zauneidechse. Das Reptil hat, nachdem die Bahnstrecke stillgelegt worden war, hier viel Ruhe gefunden und sich kräftig vermehrt. Nun müssen die Tiere geschützt werden. Das heißt, der Rad- und Skateweg kann nicht ausschließlich auf dem zehn Kilometer langen Bahndamm entlang führen, sondern muss auf etwa 3,4 Kilometer neben ihm gebaut werden.
Die Abgeordnete Manuela Schulz aus Drahendorf zeigte Unverständnis: "Wir haben die Bahntrasse für den Radweg gekauft und dafür bezahlt." Ob durch die Umplanung zusätzliche Kosten entstehen, wurde während der Debatte nicht deutlich, liegt aber auf der Hand, wie Bärbel Ellwitz aus Groß Rietz vermutet. Da die Rietz-Neuendorfer ihren Teil des Radweges nur bis an die Gemarkungsgrenze zu Bad Saarow mitten im Wald bauen, wurde nachgefragt, inwieweit die Nachbargemeinde bereit ist, den Weg fortzuführen und das Geld nicht in den märkischen Sand gesetzt werde. Bürgermeister Olaf Klempert versicherte, dass Bad Saarow mitziehe, ebenso wie Beeskow, um einen attraktive Rad- und Skateweg von der Kreisstadt bis an den Scharmützelsee zu schaffen. Er gilt generell als Initiator und Verfechter des Bahndamm-Weges, weil damit ein weißer Fleck beseitigt und ein Ring für alle Fahrradtouristen geschlossen werde. Insbesondere Reinhard Grundemann aus Buckow und Wilfried Perlitz aus Glienicke bezweifelten einen Effekt für den Tourismus in der Region. Die Touristen würden in Bad Saarow frühstücken und in Beeskow schlafen oder umgekehrt, für die Gemeinde Rietz-Neuendorf würde nichts übrigbleiben, finden die Skeptiker. Anderer Meinung waren unter anderem Angelika Hennig aus Herzberg und Hans-Joachim Rogge aus Görzig, der sich schon jetzt den "einmaligen Blick vom Bahndamm in die Landschaft" vorstellen kann. Sie sehen den Weg als eine Investition in die Zukunft. Immer wenn Befürworter sprachen, gab es Applaus aus dem Publikum. Den erhielt auch der Bürgermeister, als er zum Schluss der Debatte mit seinem Plädoyer offenbar die letzten Zweifler umstimmte.
Insgesamt kostet der Bau des Weges rund zwei Millionen Euro, die Gemeinde geht davon aus, dass es 75 Prozent Fördermittel gibt, ohne die werde nicht gebaut, hieß es. Manfred Rese von der Planungsgemeinschaft Spreenhagener Ingenieure (PSI) hatte zuvor den Abgeordneten und zahlreichen Gästen die Streckenführung erklärt. Zwischen Groß Rietz und Görzig werde man "wegen der kleinen Tierchen" vom Bahndamm abweichen und auf Feldwege ausweichen. Der Radweg wird in einer Breite von zwei beziehungsweise drei Metern (andere Fahrzeuge können ihn mitnutzen) ausgebaut. Wenn die Absturzhöhe mehr als drei Meter beträgt, dann werden Holzgeländer angebracht. Ein ungelöstes Problem stellt noch die Überquerung der B 168 in Pfaffendorf für die Radfahrer und Skater dar.