Mit Pauken und Trompeten wurden die Bewohner in Leißnitz und Neubrück am Samstag aus ihrem Winterschlaf geweckt. Traditionell eröffneten diese beiden Orte die Fastnachtssaison. Trotz des Regenwetters zogen die Kostümierten munter von Haus zu Haus und verbreiteten jede Menge Spaß und gute Laune.
In Neubrück stimmte DJ Peter bereits die Besucher bereits am Freitag aufs närrische Wochenende ein. Clara Fischer - selbst erst 13 Jahre jung - hatte mit den Kindern des Dorfes ein tolles Programm einstudiert, für welches sie großes Lob ernteten. Clara hat viele Jahre beim "Young Project" in Görzig mitgetanzt und konnte ihre Erfahrungen nun weitergeben.
Am Samstagmorgen ging es mit dem Zampern weiter. Für Stimmung sorgten wie gewohnt Jochens Jungs. Diese hatten zur Verstärkung die jungen Trompeter Lukas Thonke und Johannes Lehmann von den Schlaubetaler Blasmusikanten mit dabei. Es ist beruhigend zu beobachten, dass auch bei den Kapellen Nachwuchsarbeit geleistet wird, denn ohne die würde die Zampertradition in vielen Orten gewiss bald aussterben. So aber wird es bestimmt auch noch in vielen Jahren heißen "Neubrücker Fastnacht Helau". Beim Fastnachtstanz mit "Herz Ass" ging es am Abend vergnügt weiter. "Inspiriert von Till Schweiger, der im letzten Sommer hier in Neubrück drehte, steht unser diesjähriges Programm unter dem Motto Kinofilme", erklärte Melanie Horstmann, die damals sogar ein gemeinsames Foto mit dem Schauspieler erhaschen konnte.
Vielleicht kommt Till Schweiger auch mal zum Fastnachtstreiben in die Region. Hier erhält er sicher Inspirationen für seine nächste Komödie. Die Leißnitzer Männerfastnacht könnte reichlich Stoff für eine solche liefern, denn dort geht es immer sehr lustig zu. Gemeinsam mit ihrem "Erbsentruck" – voll beladen mit leckerem Eintopf – nicht etwa aus der Dose, sondern von den Herren am Vortag frisch zubereitet – zogen sie mit den Gaudi Buam durch Kuhnshof, Sarkow, Glowe und Leißnitz. Und sogar in Friedland selbst machten sie kurz halt und statteten der Bäckerei Rösicke einen Besuch ab, wo es zum Dank frische Pfannkuchen gab. André Kaufmann pries überall den neuesten Fotokalender an, den die Narren – leider nicht jährlich – aber immer mal wieder zum Besten geben. Die aktuelle Ausgabe unter dem vielversprechenden Titel "Leißnitzer Landburschen" ist limitiert auf 100 Stück und für einen Obolus von nur sechs Euro fand er reißenden Absatz. Nach dem Zampern ging es im gut besuchten Festzelt weiter. Beim Programm bediente man sich eines Themas, welchem man aufgrund seiner großen Aktualität wohl in der Fastnachtssaison noch öfter begegnen wird: dem Klimawandel. Dazu drehte man im Vorfeld lustige kleine Videos. Weitere Höhepunkte waren ein Lied, das die in diesem Jahr erstmalige 14-tägige Gaststättenschließung wegen Urlaub thematisierte, was die regelmäßigen Kneipengänger aus Leißnitz wohl schwer traf und der Tanz der "Leißnitz Young Tigers", die die in die Jahre gekommenen "Leißnitz Tigers" ablösen. "Unsere Jugend ist gut im Kommen und engagiert sich" freut sich Daniel Reinke. "Wir hoffen, dass es so bleibt und sie weiterführen, was die Leißnitzer Männerfastnacht in den letzten 30 Jahren aufgebaut hat".