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Es ist warm, die Sonne scheint und Musikschüler geben mit Trommeln und Saxophonen eine feierliche Einstimmung auf die Ausstellung "Wie willst Du die Welt verändern?". Bürgermeister Frank Steffen, Pfarrer Tobias Kampf und weitere Persönlichkeiten sind gekommen. Burgchefin Florentine Nadolni und Hans Böhm, Vorsitzender des Burg-Fürdervereins, finden freundliche Worte für die Gäste und die Schüler. Den drei Kunsterzieherinnen, die die Ausstellung mit den Schülern erarbeitet haben, Jeanette Einsporn-Morse (Oberschule Albert Schweitzer) sowie Uta Ziller und Romy Dubral (Rouanet-Gymnasium) erhalten Blumen. Dann geht die 17-jährige Gymnasiastin Lone Bettin ans Mikrofon und liest ihr beeindruckende Gedicht vor. Ein Gedicht von der Welt, die sich dreht und dreht und die Menschen es nicht schaffen, Schaden von ihr abzuwenden, weil Politiker zu lange brauchen, um Gesetze zu machen, nur der Einzelne helfen kann, die Welt zu schützen und besser zu machen.
Was dann in der Ausstellung Unterm Dach in rund 100 Exponaten zu sehen ist, ist das Werk von rund 150 Schülern der beiden weiterführenden Schulen der Kreisstadt. Bereits seit 2010 gibt es derartige gemeinsame Ausstellungen, in diesem Jahr ist das Thema Martin Luther, dem derzeit eine ganze Reformations-Festwoche in Beeskow gewidmet wird. Die Schüler-Ausstellung ist einer ihrer Höhepunkte.
In Texten und in Bildern auf Glas, Hartfaser, in Grafiken und Radierungen haben sich die Schüler mit Luther und seinen Aussagen auseinandergesetzt. Zu lesen sind dann solche Sätze wie "Der Ablass ist das Netz, mit dem man jetzt den Reichtum von Besitzenden festigt" oder "Je geringer der Glaube an Gott, umso größer ist die Angst vor dem Tod". Zu sehen ist Luther in verschiedenen Farben und als Pop-Ikone. "Die Schüler waren sehr innovativ bei der Auseinandersetzung mit der historischen Person und Luther. Und sie haben ihn in seiner Widersprüchlichkeit durchaus auch kritisch gesehen", sagt Lehrerin Romy Dubral. "Zum Beispiel sein Verhältnis zu Frauen und auch zu anderen Menschen."
Als Dankeschön überreicht Hans Böhm "Luther als Playmobil" und eine Extraausgabe des Mosaikheftes 489 "Luther macht Druck", in dem sich der Augustinermönch harte Kämpfe mit Babrax liefert. Kristina Geisler, Mitarbeiterin der Burg, die die Ausstellung künstlerisch und organisatorisch begleitete, verschenkte"Luther in Tablettenform".
Dass der Burgförderverein Schülern regelmäßig ein Podium bietet, habe auch den Grund, ihr Interesse an Veranstaltungen auf der Burg zu wecken, so Hans Böhm.
Beeskower Schüler setzen Zitate des Reformators in Kunstobjekte um
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