Infrastrukturminister Reinhold Dellmann gab gestern bei einem Vor-Ort-Termin in Saarow bekannt, dass das Land dem Vorhaben, den Zug bis zum Krankenhaus zu führen, positiv gegenüber steht. Auch Fördermittel könnten bereitgestellt werden. Wobei Dellmann noch etwas vage blieb: "Ich kann noch nicht versprechen, wann es fertig wird." Außerdem könne noch nicht genau gesagt werden, was der Ausbau kostet.
Enrico Jensch, Geschäftsführer des Saarower Helios-Klinikums, hatte genauere Vorstellungen. Als spätesten Termin, an dem der erste Zug an der Helios-Haltestelle vorfährt, nannte er den 31. Dezember 2010. Dann ist auch der komplette Umbau des Klinikums abgeschlossen. Jensch nannte es gestern bei einer Pressekonferenz in Bad Saarow eine ganz wichtige Entscheidung für das Klinikum, dass nun auch das Land der Verlängerung der Bahnlinie zugestimmt hat. Immerhin kommt ein großer Teil der Patienten, aber auch der Beschäftigten aus Fürstenwalde. Das Helios-Klinikum beteiligt sich deshalb auch mit 150000 Euro an den Baukosten.
"Wir finden es sehr gut, das die Entscheidung gefallen ist", sagte Jörg Kiehn, Prokurist der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (ODEG). Das Unternehmen fährt seit Dezember mit seinen Zügen auf der Regionallinie 35 zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow. Ob nach dem Ausbau zusätzliche Züge - vor allem in den Morgen- und Abendstunden - angeboten werden, sei jetzt noch nicht zu sagen. Das müsse das Land entscheiden, sie bestellt und finanziert vor allem das Zug-Angebot. Nach einer Untersuchung, die die Gemeinde Bad Saarow in Auftrag gegeben hatte, wird damit gerechnet, dass täglich zirka 260 Bahnfahrer die neue Haltestelle nutzen werden.
Die Bürgermeisterin von Bad Saarow, Gerlinde Stobrawa, zeigte sich erfreut, dass diese Maßnahme in relativ kurzer Zeit verwirklicht werden kann. Bad Saarow wird 80000 Euro zu den Baukosten beisteuern.
Skeptisch zeigte sich Dellmann, dass die Bahnlinie bis Beeskow fortgeführt wird. "Da mache ich keine großen Hoffnungen." Wo Verkehrspotenziale vorhanden seien, da würden auch Züge eingesetzt, ansonsten aber nicht.