Rund 18 000 Quadratmeter groß ist der Park rund um das Märkische Gutshaus. Das Areal wird in den kommenden Monaten sein Gesicht verändern. Geschäftsführer Gerhard Thien plant über die von ihm geführte Scheibler GmbH den Bau eines Seniorenheims mit 80 Einzelzimmern und von drei Stadtvillen mit 59 Wohnungen. „Service-Wohnungen“ nennt sie Thien. Das heißt, sie werden barrierefrei sein, mit einem Aufzug zu erreichen und am Ende auch seniorengerecht. Wer dort wohnt, kann je nach Wunsch und Bedarf Serviceleistungen des Pflegeheims in Anspruch nehmen. „Vielleicht lässt man nur die Fenster putzen oder die Wohnung einmal in der Woche reinigen. Man kann aber auch Mittagessen bestellen“, erklärt Gerhard Thien.
Seine Pläne hatte er bereits im Jahr 2016 vorgestellt. Seither gab es einige Änderungen. So werden drei statt vier Wohnhäuser vor dem Gutshaus errichtet, dafür gibt es drei Wohnungen mehr. Die sind um die 50 Quadratmeter groß, verfügen über Wohnküche, einen Schlafraum, Bad, Flur, Balkon oder Terrasse. Thien rechnet mit einer Kaltmiete von rund neun Euro pro Quadratmeter. Das erschien einigen Abgeordneten recht hoch. Architekten und Bauplaner bestätigen, dass barrierefreie Neubauten mit Kaltmieten unter zehn Euro preiswert seien. Man müsse bedenken, dass diese modernen Häuser dafür geringere Nebenkosten verursachen, vor allem geringe Heizkosten, sagt auch Thien. Die Wärme, das ist im Wohnpark sicher eine Besonderheit, wird nicht von Heizkörpern oder dem Fußboden kommen, sondern von der Decke abgestrahlt werden.
Im Wohnpark an der Frankgurter Chaussee, so Gerhard Thien, könnten nicht nur ältere Menschen leben, sondern auch Mitarbeiter des Pflegeheims. Zu groß sei das Projekt für Beeskow keinesfalls. „Der Bedarf ist weit höher“, ist sich Thien sicher. Es gebe Leute, die wollen jetzt schon einen Mietvertrag unterschreiben. „Dabei gibt es ja noch nicht mal eine Baugrube.“
Aber das soll sich bald ändern. Im Sommer werde die noch zum Märkischen Gutshaus gehörende Pension abgerissen. An deren Stelle kommt die Wohnresidenz mit den Pflegezimmern. Die Wohnhäuser zur Straße hin sollen zur selben Zeit errichtet werden. Das Märkische Gutshaus selbst bleibe Hotel. Die Küche wird erweitert und künftig auch die Residenz-Bewohner versorgen. Außerdem wird es ein öffentliches Café geben. Rund 80 Pkw-Stellplätze für Bewohner und Gäste wird es geben. Die Zufahrt zum Pflegeheim wird über den Schneeberger Weg erfolgen, zu den Wohnhäusern kommt man von der Frankfurter Chaussee, so wie auch jetzt schon zum Gutshaus.
Den Namen der neuen Wohnanlage hat der Bauherr übrigens zu Ehren seiner Mutter Barbara gewählt. Rund 200 Bewohner könne die Anlage nach ihrer Fertigstellung zählen, schätzt Gerhard Thien. 55 neue Vollzeitarbeitsplätze, vor allem im Pflegebereich, werden ent-stehen.