Eigentlich sollte mit einer öffentlichen Veranstaltung die Fertigstellung und Vermietung des Schlosses gefeiert werden, aber wegen eines Todesfalles in der Familie der Mieterin war nur ein kleiner Kreis geladen worden. Darunter Staatssekretär Martin Gorholt, Ortsbürgermeisterin Bärbel Ellwitz und zahlreiche Experten der Denkmalpflege. Ein sichtlich gut gelaunter Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Brandenburgischen Schlösser GmbH, führte die Gäste durch Schloss und Park - alle waren angetan von der Schönheit des barocken Ensembles, das in den Jahren zwischen 1693 und 1700 erbaut worden ist. Hans Georg von der Marwitz hatte es nach Plänen von Cornelius Ryckwaert errichten lassen, 1945 war die Familie enteignet worden, 1990 hatte es die Brandenburgische Schlösser GmbH übernommen und peu a´peu sanieren lassen. Nun ist es fertig - in seiner ganzen Pracht.
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Illert würdigte die typische Bauform des römischen Hochbarocks, die man neben dem Schloss Groß Rietz nur noch am Berliner Zeughaus finden würde. Das Schloss erscheint in den typisch kontrastreichen barocken Farben: die Fassade ist hellrosa und weiß gegliedert, Fenster und Türen sind schwarz. "Die Hälfte des Putzes ist noch der Originalputz", weiß Illert. Freuen kann er sich auch darüber, dass trotz der verschiedenen Nutzungen - hier waren nach dem Krieg Flüchtlinge untergebracht, hier befanden sich zu DDR-Zeiten Kindergarten und Konsum - das Schloss in seinem Grundriss erhalten geblieben ist. Und so können die staunenden Besucher beim Rundgang durch alle Gemächer gucken, weil sich die Türen in einer Achse befinden. Einzigartig sind die Stuckarbeiten, die laut Illert fast alle noch aus dem 17. Jahrhundert stammen, imposant das gewaltige Eichenholz-Treppenhaus mit den aufwendigen Balustern, das vom Untergeschoss hoch in die zwei weiteren Etagen. Alles ist schon eingerichtet - die Salons, die Schlafzimmer, die Küche, die Bäder. Schlossherrin Kathleen Wegenstein ist es gelungen, einen harmonischen Kontrast zwischen altem Gemäuer und modernem Interieur herzustellen. Die Gäste kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. "Hier könnte ich mich auch wohlfühlen", gesteht die Ortsbürgermeisterin, die das Schloss von innen so noch nicht gesehen hat. Früher hat ihre Sportgruppe hier geturnt. Und sie erinnert sich, dass im Schloss der DEFA-Film "Sieben Sommersprossen" gedreht worden ist.
Kathleen Wegenstein gibt sich offen, sie plane verschiedene Veranstaltungen, wechselnde Ausstellungen, auch von Bildern aus privaten Sammlungen. Das Ambiente sei auch gut geeignet für Foto-Shootings.
Die erste Ausstellung kündigt sie für die Adventszeit an. Schon jetzt werden im Erdgeschoss Vitrinen aufgebaut, in denen eine kunsthistorisch wertvolle Sammlung erzgebirgischer Schnitzereien zu sehen sein wird. "Ich liebe das, so mit Glühwein im Garten ..." Den genauen Termin will sie demnächst bekannt geben.
Auf die Frage, ob sie sich nicht gruselt in den vielen Zimmern, gibt sie zu, dass das alte Gebälk schon manchmal knarrt. Aber Angst, nein die hat sie nicht. Denn das Schloss sei sehr gut gesichert.
Wuchtige Eichentreppe: Für ein märkisches Herrenhaus "vollkommen überzogen" findet Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Brandenburgischen Schlösser-GmbH, die das sanierte Groß Rietzer Schloss an die Berliner Firma no.nonsens vermietet hat.Fotos (2): MOZ/Jörn Tornow
Mietpartner: Wolfgang Illert und Kathleen Wegenstein
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Kleiner Personenkreis durfte das Schloss Groß Rietz besichtigen und die neue Schlossherrin kennenlernen