Nach drei Stunden stand es fest: Pauline Vanessa Schoenenburg aus Hasenfelde wird zum Landesausscheid delegiert, welcher der letzten Stufe, dem Bundesausscheid, vorangeht. Für Pauline Vanessa wird es nun zumindest noch zweimal aufregend beim Vorlesen werden.
Lampenfieber hatten alle 16 Teilnehmer, aber dank der aufmunternden Moderation von Sabine Rahn vom Archiv-, Lese- und Medienzentrum, das den Kreiswettbewerb ausgerichtet hat, war das bei allen nach der Vorstellung des eigenen Buches verflogen. Beim dreiminütigen Vorlesen aus dem Wahltext gab es kaum Versprecher.
Bis auf Richard Virbom aus Schöneiche, der sich mit "Bob, der Streuner" von James Bowen ein Jugendbuch ausgesucht hatte, das ins Sozial-Psychologische geht, hatten sich alle für das Genre Fantasie entschieden. Und das verstanden alle Leser mit Einsatz von Laut und Leise, besonders ausgeprägt bei Maximilian Maaske aus Groß Muckrow zu erleben, und unterschiedlicher Stimmgebung besonders bei den Dialogen, so wie es zum Beispiel Johanna Schladebach gelungen ist, spannungsvoll zu übermitteln.
Die meisten der Teilnehmer werden sicher wie Richard vorher "ziemlich viel geübt" haben. Dabei wurde die ganze Familie als Zuhörer eingespannt: Mutter Ines, Vater Steffen und Schwester Viktoria Virbom. Bei ihnen wird das Lesen groß geschrieben, und sie hatten, wie Richard erzählt, auch gute Ratschläge parat. Ein wichtiger lautete: "Nicht so schnell lesen."
Die Leiterin des Archiv-, Lese- und Medienzentrums, Marina Aurich, die schließlich die Siegerehrung vornahm, wies darauf hin: "Eigentlich haben alle gewonnen, denn schon allein ihre Teilnahme ist ein Gewinn für alle." Darüber war vorher schon in den Klassenausscheiden, dann den Schulausscheiden, an denen 28 Schulen teilgenommen hatten, und schließlich in den Stadt- beziehungsweise Ortsausscheiden entschieden worden.
In Beeskow bestand die Jury aus der Bibliothekarin im Ruhestand Gerlinde Abraham, Norbert Weber, der bei der Volkshochschule Fürstenwalde tätig war, der SPD-Abgeordneten Elisabeth Alter, der 13-jährigen Charlotte Messing aus Berkenbrück sowie Wolfgang de Bruyn. Der Leiter des Kleist-Museums Frankfurt (Oder) möchte die Kooperation zwischen Frankfurt und Beeskow aufrecht erhalten. Er sieht eine Kernaufgabe seines Museums darin, "für Sprache zu sensibilisieren und damit die Lust zum Lesen anzuregen". Charlotte wiederum hatte im letzten Jahr selbst am Vorlesewettbewerb teilgenommen und es bis zum Bundesausscheid in Berlin gebracht. "Dieses Jahr hatten wir die höchste Beteiligung an Schulen", wertet Marina Aurich aus, "und mit halbe, halbe ein Ausgewogenheit von Jungen und Mädchen." Nicht vergessen sein soll die achtjährige Josie Aurich aus Berkenbrück, die am Piano den Wettbewerb beeindruckend umrahmt hat.
Teilnehmer:
Alina Bähr aus Heinersdorf, Julius Beckmannaus Ziltendorf, Eleonora Kaschinsky aus Lawitz, Kiril Khnanukaev aus Heidesee, Antonia Kranz aus Spreenhagen, Lucy Lehniger aus Rietz-Neuendorf, Anna Methilda Lutz aus Rauen, Maximilian Maaske aus Groß Muckrow, Luis Mende aus Brieskow-Finkenheerd, Matti Rohmann aus Müllrose, Johanna Schladebach aus Beeskow, Pauline Vanessa Schoenenburg aus Hasenfelde, Florian Stecklina-Berndt aus Schernsdorf, Lukas Teichert aus Eisenhüttenstadt, Richard Virbom aus Schöneiche, Angelina Zippan aus Erkner
Jeder Teilnehmer ist ein Sieger: Beim Kreis-Vorlesewettbewerb kamen diejenigen an den Start, die bei vorherigen Ausscheiden bereits überzeugt hatten.Foto: Elke Lang
Schülerin aus Hasenfelde gewinnt Kreis-Wettbewerb in Beeskow / Hohe Beteiligung der Schulen