Kolbenstampfen und beißender Dieselgeruch erst auf dem Feld hinter Marions Bierstübchen, wo sich einhundert landwirtschaftliche Fahrzeuge aufgestellt und warmgelaufen hatten, dann auf einem Rundkurs durch das Dorf. Hier bildeten die Zuschauer ein dichtes Spalier, so dass die Leute, die sich vor ihren Grundstücken zum gemütlichen Zugucken Stühle aufgestellt hatten, nichts mehr sehen konnten. Immer wieder kam lautes Hupen dazu, wenn Fahrer am Straßenrand Freunde und Bekannte entdeckt hatten. Und vor allem die Taucher Teilnehmer hatte sehr oft Grund, Laut zu geben.
In diesem Jahr war der Ernteumzug verstärkt zu einer Schau alter und neuer Technik geworden, fast schon zu einem Treckertreffen, bei dem auch die Schlepperfreunde aus Philadelphia nicht fehlen durften. Manche  Teilnehmer waren schon am Freitag aus ganz Brandenburg und Sachsen angereist gekommen. Sylvia Bauer und Schwester Elvira Eska aus Falkenberg saßen während des Umzugs als treue Helfer vom ersten Erntefest an am Einlass, konnten also nur von weitem schauen. „Es geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, wie viel alte Technik noch da ist – und so gut erhalten, dass man damit noch arbeiten kann“, schwärmte Sylvia Bauer, die 15 Jahre in der LPG vor allem die Typen Belorus und Russe selbst gefahren hat. „Ich weiß noch, wie hart die Sitze sind“, erinnert sie sich schmunzelnd.
Auch selbst auf einem historischen Traktor mitfahren durfte die Dezernentin für Ländliche Entwicklung, Gundula Teltewskaja. „Es ist toll, dass sich in unserer ländlich geprägten Region so viele Leute engagieren, um so etwas Großartiges auf die Beine zu stellen“, würdigte sie die Kraftanstrengung der organisatoren. Auch manche Einzelperson gab dem Fest Flair, seien es Besucher in volkstümlicher Tracht oder sei es die Taucherin Irmgard Schwadtke, die ihre Riesenkürbisse zur Verfügung gestellt hatte. Außerdem war der Beeskower Frauenladen mit Bastelstraße und Kinderschminken vor Ort und der Sportverein Tauche. Dieser betreut seit vielen Jahren unter Regie seiner Kassenwartin Heike Kränke den Stand mit Kuchen, der von den Eltern der Vereinskinder, von Spielerfrauen und Dorffrauen gebacken wird. „Mit 50 Kuchen waren sie diesmal besonders fleißig“, lobt die Verwalterin des Geldes, das vor allem für die fünf Kindermannschaften gebraucht wird. Für die Kinder gab es mit der Fahrt auf Silvio Oelses neuestem Traktor ein besonderes Vergnügen. Die Besucher waren alle begeistert und manche haben Marion Seipolt gefragt, wie sie denn zum 20. Jubiläum das alles noch zu toppen gedenke, erzählte die Bierstübchen-Wirtin.