Wenn es brennt, zählt jede Sekunde. Was passieren kann, wenn die Flammen die Oberhand gewinnen, davon zeugen immer wieder erschreckende Bilder. Der Großbrand des Londoner Grenfell-Hochhauses im Jahr 2017 ist so ein Beispiel. Auch den brennenden Dachstuhl der Pariser Kathedrale Notre-Dame dürften viele noch vor Augen haben.
Vollkommene Sicherheit kann nie garantiert werden, dennoch seien in Sachen Brandschutz in den letzten Jahren Fortschritte gemacht worden, meint der Stadtwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Beeskow, Alexander Voigt. Neue Baustoffe bieten Feuer weniger Angriffsfläche. Doch auch was die historischen Gebäude im Stadtkern betrifft, werde selbstverständlich vorgesorgt. So bestehe eine enge Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband. Bei Straßenbaumaßnahmen werde sich früh bezüglich notwendiger Unterflurhydranten abgestimmt, so dass diese "im Stadtgebiet eigentlich gut ausgebaut sind".
Auch mit Blick auf höhere Gebäude wie die St. Marienkirche gibt der Feuerwehrmann Entwarnung. Zwar sei das im Dachstuhl verbaute Holz eine Brandlast, jedoch biete eine Imprägnierung Schutz. Mit Hilfe von Verstärkerkraftspritzen könne Löschwasser im Notfall aber auch bis zum Kirchturm hinaufbefördert werden.
Für den Brandschutz in den eigenen vier Wänden mahnt der Stadtwehrführer, gerade bei klassischen Gefahrenherden Acht zu geben. Fettbrände sollten etwa erstickt werden. "Definitiv kein Wasser drauf." Von echten Kerzen auf dem Weihnachtskranz sollte eher abgesehen werden. "Wenn dort irgendwo ein Funke da ist, dann geht es ziemlich zügig." LED-Kerzen seien die ungefährlichere Alternative. Wenn es aber doch mal brennen sollte, betont er, schnellstmöglich die Wohnung zu verlassen und die Feuerwehr zu alarmieren. "Nicht versuchen, noch sich selber in Gefahr zu bringen."
Eine wesentliche Säule für den Brandschutz sind laut Experte Voigt jedoch Rauchmelder. Sie sorgen für eine frühe Warnung im Notfall und geben zusätzliche Reaktionszeit. In Brandenburg besteht für die Warnmelder in allen Neu- und Umbauten seit dem Juli 2016 zudem Pflicht. Auch für bestehende Wohnungen sieht der Gesetzgeber eine Übergangsfrist zur Nachrüstung vor: Dort müssen bis spätestens 31. Dezember 2020 Rauchmelder eingebaut sein. Verantwortlich für die Installation sind die Eigentümer, die Kosten für den Einbau und die Wartung übernehmen. Ein Unterschied zu vielen anderen Bundesländern, in denen es die Mieter sind, die in die Wartungspflicht genommen werden.
Der Bauordnung zufolge muss mindestens ein Rauchwarnmelder in allen Aufenthaltsräumen, ausgenommen Küchen, angebracht werden. Ebenso in Fluren, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen.
"Wenn mal wirklich etwas passiert, ist man froh, dass man sie hat", findet auch Dietmar Schulz, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Beeskow. Die Genossenschaft ist gerade dabei die Warnmelder in ihren Wohnungen installieren zu lassen.  Verwendet würden dabei funkbetriebene Geräte, die aus der Ferne gewartet werden können und deren Batterien eine Laufzeit von gut zehn Jahre haben.
"Die gesetzlichen Vorgaben sind aber nur ein Grundgerüst", darauf weist Schulz gerade mit Blick auf private Eigentümer hin. Sollte sich nämlich für eine Installation in Eigenregie entschieden werden, müsse genau auf die technischen Einzelheiten der zu verbauenden Melder geachtet werden. Dafür sei die richtige Produktnorm ausschlaggebend. Ein Blick in die Entscheidungshilfen zum Vollzug der Brandenburgischen Bauordnung verrät, dass es sich dabei um die Anwendernorm DIN EN 14604 handelt.