Kilian warnt vor zu engen Zeitplänen, zu langen Touren. Australien, macht er deutlich, ist keine griechische Insel, die man in 14 Tagen Urlaub erkunden kann. Australien ist auch kein Land, dessen wichtigste Städte man in vier Wochen kennenlernen kann. Australien ist ein Kontinent mit verschiedenen Klimazonen, mit weiten Stränden, heißen Wüsten, staubigen Pisten. Ein Kontinent, für den man Zeit braucht.
Zwei Jahre hat der Autor dort gelebt, sich mit Ludwig Leichhardt beschäftigt, mit Ureinwohnern gesprochen, die Landschaft entdeckt. Er berichtet über den Rekordwahn der Australier, die offenbar alle unbedingt ins Guinness-Buch der Rekorde wollen, und stellt die australischen Nobelpreisträger vor. Zwischendurch gibt es einen kleinen Sprachkurs. Denn das australische Englisch unterscheidet sich von dem in der Schule gelernten gewaltig. Grund sind die Einflüsse anderer Sprachen. Und Kilian beschäftigt sich mit Mysterien. Einige kann man ansehen. Beispielsweise den Lake Hillier, der wegen seiner pinken Farbe auch Bubble-Gum-Bath genannt wird. Den Uluru, den Ayers Rock, das Nationalheiligtum der Australier. Von dort einen Stein mitzunehmen ist verboten. Viele tun es dennoch und schicken ihn wieder zurück. Das schwerste Paket an die Parkverwaltung soll 35 Kilogramm gewogen haben. Vielleicht liegt auf diesen Souveniren ja ein Fluch, der ein schlechtes Gewissen macht. Und wer sich mit Außerirdischen beschäftigt, findet auch dieses Thema im Buch behandelt. Kilian schreibt über die von Sir George Grey im Jahr 1841 entdeckten Höhlenzeichnungen in den Kimberleys. Die mystischen Wesen ähneln Alien-Bildern aus Roswell. Ethnologen erklären, dass die Bilder von indonesischen Fischern stammen könnten, die die Küste bereisten. Aber auch das ist unwahrscheinlich, weil die Zeichnungen älter als 4000 Jahre sind. (gar)
Klaus Kilian, Australiengeschichten - Hintergründiges und Kurioses, ISBN: 9781980616351. Das Buch wird über Amazon vertrieben, es kostet als Taschenbuch 9,95 Euro und als eBook 2,99 Euro.