Die große Eiche im Hof der Burg Beeskow war mit farbigem Licht magisch ausgeleuchtet. Es kam von der kleine Bühne, auf der die Fürstenwalder Sängerin Undine Lux Lieder mit lockeren, tänzerischen Bewegungen aus ihrem neuen Album vortrug. Vor ihr saßen, in lockerer Stuhlformation, fünfzig Gäste. Beide Tore der Burganlage waren geöffnet, und es flanierten mitunter Leute zu ihrem Abendspaziergang vorbei. Andere strebte zum Burgcafé.
Unter dem Motto „Dein bunter Freitag“ gestaltete Undien Lux die letzte Ausgabe der Kleinkunstmix-Reihe auf offener Bühne, mit der die Burg Beeskow nach coronabedingter Pause den Veranstaltungsbetrieb wieder aufgenommen hatte. Das Prinzip: Der jeweilige Künstler präsentiert ein einstündiges Programm, anschließend sind Bühnenbeiträge aus dem Publikum möglich.

Alte Schlager kommen an

Undine Lux schreibt ihre eigenen Lieder, greift aber auch gegen den Mainstream alte Schlagertitel auf, die ihr besonders gefallen. „Haben wir ein paar Kinder aus den 90ern hier“, fragte die 1988 Geborene in die Runde. Ihr Musikgeschmack fand im meist älteren Publikum Anklang. Viele klatschten begeistert mit.
Dann ging schnell alles auseinander. Peter Müller-Maas aus Buckow blieb noch ein bisschen. Der Fan von Reinhard May, Constantin Wecker und Hannes Wader wäre bereit gewesen, mit Gitarre ein paar Lieder von diesen zum besten zu geben. Dem einstigen Westberliner, der in Buckow bei Beeskow lebt, imponiert, „wie hier die Menschen in das kulturelle Geschehen einbezogen werden“, und das Konzept der offenen Bühne passe gut dazu.

Viele Gäste kamen immer wieder

Das Format „Dein bunter Freitag“ mit sieben Veranstaltungen war, wie Susann Müller vom Burgteam berichtet, entstanden, weil coronabedingt vieles abgesagt werden musste. „Als wir wieder planen konnten, wollten wir klein anfangen, und so entstand das Kleinkunstprojekt mit nur kleiner Bühne um die Eiche herum und lockerer Atmosphäre.“ Viele der Gäste, die das erste Mal dabei waren, seien immer wiedergekommen, so die Projekt- und Veranstaltungsmanagerin. Sie seien besonders von der Mischung angetan gewesen: Songs, Minnelieder, Schlager, Kabarett.

Auf die Bühne trauen sich nur wenige

Das offene Angebot allerdings sei noch nicht so angenommen worden. „Wir hofften, dass die Leute von Mal zu Mal mutiger werden“. Peter Müller-Maas war spontan dabei schon aufgetreten, zweimal ein Dudelsackspieler, einmal wurde ein Gedicht aufgesagt. „Der Bunte Freitag mit durchschnittlich 60 Besuchern pro Veranstaltung soll zukünftig zu einer regelmäßigen Veranstaltung werden, einmal im Monat etwa“, blickt Susann Müller voraus.