Sie weiß, was sich in den Kisten, unter den Stofftüchern und in den Ecken verbirgt: Kristina Geisler ist Historikern auf der Burg Beeskow und kennt sie alle - die alten und neueren Exponate des Regionalmuseums Oder-Spree. Einige werden in der neuen Ausstellung gezeigt, viele ältere lagern nun auf dem geräumigen Dachboden der Burg.

Mehr als 100 Jahre Museumsgeschichte

Mit einem Aufruf im Jahr 1906 für eine Altertumssammlung an alle Bürger und Initiativen der Kreisstadt ward das Beeskower Regionalmuseum geboren. Mit der Zeit veränderte sich seine Ausrichtung: In den 1930er Jahren stand unter nationalsozialistischen Gesichtspunkten die germanische Geschichte im Zentrum. Durch den Zweiten Weltkrieg gingen viele Stücke verloren.
In der DDR entwickelte sich ein biologischer und geologischer Fokus auf Ur- und Frühgeschichte. Nach der Wende schrumpfte das Museum auf Beeskower Stadtgeschichte. Dann Stillstand. Nun lebt in den Galerieräumen der Burg und im Kursbuch, dem früheren Kreiskalender, das Regionalmuseum als solches wieder auf. Wenige ehemalige Exponate gingen als Leihgaben an andere Museen, die meisten lagern im Dachboden-Depot.
Kalt ist es hier, ein Zwischenboden darf aus Brandschutzgründen nicht eingezogen werden, erklärt Kristina Geisler: „Zu DDR-Zeiten war hier eine Personalabteilung untergebracht“. Mehrere alte Truhen - die vorderste aus dem Jahr 1708, wie ihre Verzierung angibt - warten darauf, auf Reisen in Schulen zu gehen, um als museumspädagogisches Format „Museumstruhe“ Themen aus dem Museum in die Öffentlichkeit zu bringen.

Museen im Wandel

Auch Führungen durch das Depot auf dem Dachboden sind angedacht. Dann kann Kristina Geisler - wenn es wärmer ist und die Corona-Beschränkungen fallen - auch die alten Geschichten erzählen: Denn was das Depot zeigt, ist nicht nur Geschichte an sich. Sondern auch den Wandel der Museen - von chronologischen Urmensch-Modellen und Spinnrädern hin zu Biografien Statistiken und Alltagsobjekten.