Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Oder-Spree weiter stark aus. 396 Neuinfektionen binnen 14 Tagen mit dem SARS-CoV-2-Virus haben den Inzidenzwert in diesem Zeitraum von 69,9 (Stand 8. März 2021) auf 138,7 (22. März 2021) steigen lassen. Der Wert gibt jeweils die Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner an. Zu beobachten sei, so der Landkreis in einer Pressemitteilung, dass der Anteil der nachgewiesenen Mutationen rasant wachse.
Die Gesamtzahl der im Landkreis seit Beginn der Pandemie infizierten Personen hat inzwischen die 6.000er-Marke überschritten. Der Anstieg der Neuinfektionen geht einher mit einer Zunahme der Erkrankungen, die eine klinische Behandlung erfordern von 29 auf 43 während der vergangenen zwei Wochen. Zudem nehmen Todesfälle zu, die im Kontext mit dem Coronavirus zu beklagen sind. Die Zahl der Verstorbenen ist seit dem 8. März von 250 auf jetzt 264 gestiegen.

Erneute Einschränkungen angekündigt

Am Freitag hat die Landesregierung auf die dynamische Infektionslage reagiert und eine Verschärfung der Siebten SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung verabschiedet, die aktuell bereits in Kraft ist. Die darin vorgesehenen Restriktionen greifen, sobald der Inzidenzwert an drei Tagen in Folge über 100 liegt. Im Landkreis Oder-Spree wird diese Grenze seit dem 17. März überschritten. Folgende Einschränkungen werden daher wirksam:
  • Die Zwei-Haushalte-Regelung wird wieder umgestellt auf einen Haushalt plus eine haushaltsfremde Person (Kinder bis 14 Jahren sind ausgenommen).
  • Der Einzelhandel wird geschlossen (außer Abholmöglichkeiten). Nicht geschlossen wird der Einzelhandel des täglichen Bedarfs.
  • Individualsport auf allen Sportanlagen unter freiem Himmel wird auf maximal zwei Personen bzw. die Personen des eigenen Haushalts beschränkt.
  • Kindersport in Gruppen wird vollständig untersagt.
  • Gedenkstätten, Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Planetarien, Archive und öffentliche Bibliotheken werden für den Publikumsverkehr geschlossen.
Vor diesem Hintergrund wurde auch der öffentliche Betrieb der Einrichtungen des Kultur- und Sportamtes Oder-Spree erneut eingestellt. Betroffen davon sind die Burg Beeskow, das Kunstarchiv Beeskow und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt. Die Fahrbibliothek stellt wieder auf einen Lieferservice um. Angemeldete Nutzer können Bücher telefonisch oder online bestellen.

Große Städte sind der Schwerpunkt

Schwerpunkte des Infektionsgeschehens sind nach den Daten des Gesundheitsamtes insbesondere die größeren Städte Fürstenwalde (81 Neuinfektionen innerhalb der letzten zwei Wochen) und Eisenhüttenstadt (67 Neuinfektionen). Aber auch in Beeskow und Erkner sowie in den Ämtern Spreenhagen und Schlaubetal sind regionale Schwerpunkte auszumachen. Die Analyse des aktuellen Fallgeschehens zeigt, dass Einrichtungen der ambulanten und teilstationären Pflege (Tagespflege) sowie Kitas verstärkt von Neuinfektionen betroffen sind. Zudem gibt es ein diffuses Infektionsgeschehen nahezu über den gesamten Landkreis mit Wechselwirkungen zwischen privatem Bereich und der Infektionslage in Unternehmen.

Zusätzliche Impfangebote starten

Ergänzend zu den großen Impfzentren und den inzwischen angelaufenen Modellprojekten in ausgewählten Arztpraxen wird der Landkreis in dieser Woche ein zusätzliches Impfangebot an den Start bringen. Mit den kommunalen Krankenhäusern in Eisenhüttenstadt und Beeskow konnten dafür starke Partner gewonnen werden, die bereits Erfahrungen mit Impfungen haben. Zunächst stehen an jedem Standort 500 Impfdosen des Herstellers Biontech-Pfizer pro Woche zur Verfügung. Zur Vergabe der Termine schreibt der Landkreis nacheinander Hausarztpraxen an, die dann Kontakt zu ihren entsprechend der Coronavirus-Impfverordnung derzeit impfberechtigten Patienten aufnehmen.

Testangebote werden ausgeweitet

Ausgeweitet hat der Landkreis in dieser Woche seine Testmöglichkeiten. An den vier Verwaltungsstandorten Beeskow, Eisenhüttenstadt, Erkner und Fürstenwalde/Spree werden nach vorheriger Terminbuchung montags bis freitags im Zeitraum von 7 bis 13:30 Uhr im Zehn-Minuten-Takt asymptomatische Personen getestet. Darüber hinaus sollen weitere externe Auftragnehmer für solche kostenfreien Testmöglichkeiten gewonnen werden. In der ersten Woche dieses neuen Angebotes wurden 505 Personen getestet, acht dieser Schnelltests sind positiv ausgefallen.
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