Landrat Rolf Lindemann warnte auf der Kreistagssitzung, dass coronabedingt weitere Einschränkungen notwendig werden könnten. Man erlebe ein Geschehen, das „dramatisch aufwächst“, sagte er während der Diskussion über einen AfD-Antrag. Die Fraktion wollte erreichen „möglichst viele oder alle einschränkenden Maßnahmen für den Landkreis Oder-Spree aufzuheben“. Die Maßnahmen würden auf einem falschen Verständnis der Viren basieren, es gebe keine epidemische Lage von nationaler Tragweite, hieß es zur Begründung. Mit der AfD stimmten unter anderem Klaus Beier (NPD) und Felix Mühlberg, der für die Piraten im Kreistag sitzt und gemeinsam mit der Linken eine Fraktion bildet.
Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen, die noch immer als ein wichtiger Gradmesser für corona-bedingte Beschränkungen gilt, liegt im Landkreis nach Angaben der Verwaltung indes bei 24,04 Fällen je 100.000 Einwohner. Das ist eine leichte Steigerung zum Vortag. Aktive Fälle einer Corona-Infektion gibt es nach Angaben der Verwaltung derzeit in Fürstenwalde (28), Odervorland (3), Schöneiche (1), Grünheide (3), Erkner (2), dem Amt Scharmützelsee (5), Storkow (5), Tauche (1), Beeskow (2) und dem Amt Schlaubetal (3).
Insgesamt wurden bei Bürgern des Kreises seit Ausbruch der Pandemie 246 Infektionen nachgewiesen, 190 Betroffene gelten als geheilt, drei Todesfälle sind im Zusammenhang mit einer Infektion zu beklagen.
Der Landkreis macht keine Angaben zum Gesundheitszustand der Betroffenen. Nicht jeder, bei dem eine Infektion nachgewiesen wurde, muss auch Symptome aufweisen. Auch die Zahl der Tests im Kreis ist nicht bekannt.