Hintergrund der Bürgerproteste ist, dass seit etwa drei Jahren die meisten Bauanträge vom Landratsamt Dahme-Spreewald zurückgewiesen werden. Als Begründungen werden den Bürgern naturschutzrechtliche Bedenken mitgeteilt, oder Bedenken wegen der Lage der Grundstücke innerhalb der jüngst neu definierten Hochwasserlinie oder im sogenannten Außenbereich von Ortschaften, was aber schon seit DDR-Zeiten geduldet wird. Die Datschenbesitzer werten die immer rigorosere Auslegung des Baurechts als schleichende Enteignung. Dies machten der Vereinsvorsitzende Dietmar Grünert und der Vereinssprecher Dieter Schenkling unter Beifall der anderen Gründungsmitglieder deutlich. Das Bauverbot habe zu einem regelrechten Investionsstau geführt, man provoziere wohl bewusst, dass Datschen aufgrund nicht genehmigter werterhaltender Maßnahmen zusammenfallen: "Dann ist alles verloren", stellte Grünert klar. "Ich würde hier in der Gemeinde gerne Geld ausgeben, aber man lässt mich nicht", verdeutlicht Datschenbesitzer Henry Schulze ein Paradox. "Man kann gar nicht mehr schlafen. Ich habe täglich Angst, dass der Bagger kommt", sagte Bungalow-Eigentümer Jörgen Piater aus Jessern.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen nach eigenem Bekunden alles andere als eine Kampfsituation am Schwielochsee, sondern das Gegenteil: "Wir wollen uns hier gemeinsam mit den alteingesessenen Bürgern für die Zukunft engagieren", so der Vereinsvorsitzende, der sich für die Unterstützung seitens des Bürgermeisters Hilgenfeld bedankt. Sprecher Schenkling ergänzte, die Gemeinde nehme von den Datschenbesitzern jährlich zwischen 300 000 und 500 000 Euro an Steuern und Pachten ein.