Der Festumzug startete von der Spreestraße aus und führte zweimal durch den gesamten Ort. Angeführt wurde der Umzug vom Spielmannszug Cottbus, dann folgte die Hochzeitskutsche mit den Dorfältesten Frieda Gruttker (92) und Siegfried Nowka (83). Die Bilder des Zuges folgten dem historischen Zeitstrahl.
So hatte das erste Bild das Mittelalter zum Thema. Weitere Themen waren Dorfschule, Landwirtschaft vor der Industrialisierung, die aus dem Osten geflüchteten neuen Bürger nach dem Zweiten Weltkrieg, Landwirtschaft zu DDR-Zeiten, Handwerk, Campinggeschichte, Versorgung (Die Konsum-Brigade), Fasching, Angeln, Jagen, moderne Landwirtschaft.
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Den Umzug verfolgten mehr als 600 Zuschauer vom Straßenrand aus. Die Einwohner hatten Bänke vor ihre Höfe gestellt, um das Spektakel zu verfolgen. So auch Bianka Mietchen, Lena Plaum, Diana Fokker und Astrid Voß. Sie hatten einen Picknick-Korb dabei und Becher mit Getränken vor sich zu stehen.
Nach dem Festumzug wurde ausgelassen zur Akkordeonmusik von Manuel Meier vor dem Gasthof Schur getanzt. Herbert Böhme aus Glienicke schrubbte im Takt das Waschbrett. Im Dorfgemeinschaftsraum, der im Gerätehaus der Feuerwehr eingerichtet ist, war eine Ausstellung mit historischen Fotografien, Postkarten, Zeitungsausschnitten und anderen Dokumenten zu sehen.
Hier konnten die Besucher sich selbst, Familienangehörige, Nachbarn und Bekannte auf alten Fotos wiedererkennen. Ilona Bartelt, die in Leißnitz aufgewachsen war, entdeckte auf einem Schwarz-Weiß-Foto ihren Vater. Die Leißnitzer Badestelle verfügte früher sogar über ein Sprungbrett, wie ein weites Foto zeigte. Elke Lange aus Friedland erinnerte sich daran, dieses als Jugendliche gerne genutzt zu haben.
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Nachmittags stieg auf der Buswendeschleife ein Familienfest mit Kremserfahrten, verschiedenen Spielen, Hüpfburg und anderen Attraktionen. Mehr als zwei Dutzend Blechkuchen hatten die Frauen im Dorf gebacken. Die Backwaren waren eine knappe Stunde nach der Eröffnung der Kaffeetafel komplett weggeputzt. Nur noch Krümel blieben auf den leergefegten Blechen übrig. Vor dem Gasthof grillten die örtlichen Jäger, die kurz zuvor noch beim Umzug mitgemacht hatten,  ein Wildschwein über offenem Feuer. Zahlreiche Biertischgarnituren wurden für gemütliche Pläusche und den Austausch von Anekdoten genutzt.
Abends feierten die Leißnitzer mit ihren Gästen im Festzelt ein zünftiges Oktoberfest.  Die Schlaubetaler Blasmusikanten heizten im mit 350 Gästen proppenvollen Zelt so sehr ein, dass die Gäste auf den Tischen und Bänken tanzten. „Eine Super- Stimmung, besser geht nicht“, resümiert Eberhard Sradnick vom Festkommittee.