Anneliese Frömming kann es selbst noch nicht richtig fassen. Die Falkenberger Landfrauen, bei denen sie Mitglied ist, gewannen für ihre Erntekrone auf dem Neuzeller Erntefest kürzlich den ersten Preis der Jury und den Publikumspreis. „Wir alle waren bei der Verkündung sehr gerührt“, sagt sie.
Insgesamt 21 Kronen nahmen an der Jurywertung teil. Bei der Publikumswertung setzten sich die Falkenberger gegen 22 Mitbewerber durch. Die Erntekrone aus Falkenberg wird nun in den nächsten Wochen den Landtag schmücken.
Platz zwei belegt die Erntekrone aus Buchholz bei Fürstenwalde, Platz drei ging nach Luckaitz im Amt Altdöbern. Das zweitplatzierte Prachtstück wird in der Staatskanzlei zu sehen sein, der Drittplatzierte im Landwirtschaftsministerium. Insgesamt seien zum diesjährigen Jury-Wettbewerb, zu dem der Landfrauenverband aufruft, 23 Erntekronen eingereicht worden, sagte Jutta Quoos, Landesvorsitzende  des Landfrauenverbandes, mehr als im vergangenen Jahr.
Alle Erntekronen waren während des Erntefestes in Neuzelle auf dem Stiftsplatz in einem Zelt ausgestellt.
Seit Jahren nehmen die Falkenberger an den Landeserntefesten teil. Zusätzlich waren die Werke auch immer auf dem Bauernmarkt in Beeskow ausgestellt. Dieser findet dieses Jahr nicht statt, weil das Landeserntefest in der Region war. Einen Publikumspreis hätten sie schon einmal gewonnen, erzählt Anneliese Frömming von den Falkenberger Landfrauen. Die Kombination aber mit dem Jurypreis sei für sie  „einmalig“.
Die Stimmung auf dem Neuzeller Erntefest sei generell sehr gut gewesen, viel Zeit, das Kulturpogramm zu genießen, blieb den Falkenbergern aber nicht: Sie mussten im Festzelt, wo die Erntekrone aufgestellt war, Fragen zu ihrem Werk beantworten. Bei der Rückkehr abends nach Falkenberg hätten sie als Sieger dann noch mit den Einwohnern gefeiert: „Das ging schon etwas länger“, sagt Anneliese Frömming.
Beide Preise abzuräumen, sei schon überraschend gekommen. Im Vergleich mit den anderen Erntekronen hätten sich die Falkenberger aber gute Chancen ausgerechnet. „Bei uns war alles sehr sauber geflochten, kein Halm hing irgendwie raus“, sagt Frömming. Außerdem sei die Krone allgemein schön geschmückt gewesen.
Kurz vor der Vergabe sei dann die Hoffnung aufgekeimt, beide Preise abgeräumt zu haben. Denn normalerweise werden vor der Siegerehrung vier Kronen auf die Bühne gebracht: Die drei, die die Jury überzeugt hatten und die Siegerin der Publikumswertung. „Dieses Jahr standen da aber nur drei mit unserer. Außerdem stand sie so abseits“, berichtet Anneliese Frömming. Da hätten sie und ihre Mitstreiterinnen schon gedacht, dass sie eventuell Jury und Publikum überzeugen konnten.
Insgesamt haben die Falkenberger Helfer etwa 250 bis 300 Arbeitsstunden für die Gestaltung der Krone aufgebracht. Der Aufwand für eine solche Krone sei nicht zu unterschätzen: Schon im Juni wurde etwa die Gerste zugeschnitten. Seit August schnitten die Helfer kleine Sträußchen aus Hafer, Weizen, Roggen, Gerste und Lein.
Neben den Landfrauen haben auch viele weitere Einwohner Falkenbergs mitgeholfen, laut Anneliese Frömming auch  einige jüngere. Insgesamt war eine zehnköpfige Delegation aus Falkenberg  in Neuzelle dabei.
Die Erntekrone wird nun ab kommender Woche bis Ende des Jahres prominent den Landtag in Potsdam schmücken. Die feierliche Übergabe ist dort am Montag geplant.