Nach den ersten Takten aber hielt es auch sie nicht lange auf den Plätzen, denn wie Thomas Ehrenberg, der musikalische und organisatorische Leiter der Oder-Frankfurter sagte, seien sie eine "semiprofessionelle Tanzband, eine fröhliche Band, die Lebenslust verbreiten will." So kamen die sieben Musiker, unter ihnen als einzige Frau Lea Winkler mit Posaune und Gesang, emotional auch rüber. Auf den Gesichtern der Zuhörer, die im Garten, auf dem Hof, in der Scheunen-Bar oder auf der Tenne saßen, standen oder auch zwanglos herumliefen, breitete sich ein glückliches Lächeln aus, die Füße begannen zu wippen und die Köpfe im Takt zu nicken. Schnell ging es zum Tanz über, mit Pause reichliche zweieinhalb Stunden lang.
Die Gastgeber Sindy Koba und Kay-Uwe Rettig hatten Konzerte der Band gehört, die sich der Tradition der fahrenden Spielleute der Familie des 1921 in Frankreich geborenen Thomas de la Marche verpflichtet fühlt. "Sie haben uns einfach angesprochen, dass wir bei ihnen spielen müssten", erzählt Thomas Strauch, der Bassist. "So kommen die meisten unserer Konzerte zustande." Die vor zwölf Jahren gegründete Gruppe ist mit osteuropäischer, von Klezmer geprägter Weltmusik und Jazz in ganz Europa unterwegs und liebt besonders die Atmosphäre der "kleinen, nette Gastlokale". Dazu gehören auch die Schulscheune in Diensdorf-Radlow, wo sie schon öfter gespielt haben, und die Kulturfabrik Fürstenwalde. Auch auf Stadt- und Dorffesten lassen sie gern die Tanzbeine schwingen. Eine Besonderheit ist: Ihre noch unbekannten und meist eigenen Lieder singen sie in fünf Sprachen - nicht aber in Deutsch. Das wirkt authentisch, "hat sich aber einfach so ergeben", erklärt Thomas Ehrenberg lächelnd.
Nächste Veranstaltung: 9. August, 20 Uhr, "Septemberstrauch-Jazzkollektiv"